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„Hamlet for you“: Wie entstand die Erfolgskomödie von Sebastian Seidel?

Sensemble Theater

Autor Sebastian Seidel: „Man darf beim Schreiben nicht schon an die Wirkung denken“

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    Jörg Schur und Birgit Linner spielten als Duo schon bei der Uraufführung im Jahr 2006 das Duo in "Hamlet for you". Jetzt steht das Stück wieder auf dem Spielplan des Sensemble Theaters.
    Jörg Schur und Birgit Linner spielten als Duo schon bei der Uraufführung im Jahr 2006 das Duo in "Hamlet for you". Jetzt steht das Stück wieder auf dem Spielplan des Sensemble Theaters. Foto: Sarah Hieber

    Herr Seidel, vor 20 Jahren hat ihr Stück „Hamlet for you“ seine Premiere gefeiert – und hat sich dann rasant schnell zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Mehr als 40 Inszenierungen rund um die Welt, von Augsburg über New York bis Istanbul. Und jetzt läuft Ihr „Hamlet“ auch wieder im Sensemble Theater, auf Ihrer eigenen Bühne. Wie schreibt man denn so einen Dauerbrenner?

    SEBASTIAN SEIDEL (LACHT): An solche Erfolgsrezepte denke ich überhaupt gar nicht. Wenn ich ein Stück schreibe, habe ich eine Idee, und wenn sich alles fügt, eine gute. Ich denke dabei aber nicht an die Umsetzung, noch nicht an die Inszenierung, nicht an die Folgen. Ich bin dann ganz in dem Moment, in dem ich es schreibe.

    Aber hatten sie trotzdem schon eine Ahnung, einen Verdacht, dass Ihr „Hamlet“ ein Hit werden könnte? Wie denken sie an die Zeit zurück, in der sie das Stück verfasst haben?

    SEIDEL: Eine Grundlage war, dass ich Shakespeares „Hamlet“ in- und auswendig kannte, schon von Kindheit an, weil meine Mutter dieses Stück geliebt hat. Sie war Anglistin, Literaturwissenschaftlerin, insofern habe ich viel mit ihr über das Werk gesprochen, ich habe es verinnerlicht. Und die zweite Grundlage war, dass ich das Stück für die Schauspieler Birgit Linner und Jörg Schur geschrieben habe. Es war ein Glück, dass ich sie vor Augen hatte und dann beim Schreiben gemerkt habe, dass die Dialoge plötzlich automatisch laufen. Ich wusste sofort, was sie einander antworten würden. Was sagt der eine, was der andere? Das war damals ein richtiger Schreibflow, ich weiß noch, dass ich im Büro saß und den Text in nur zwei, drei Wochen geschrieben habe. Und dabei musste ich schon ziemlich lachen. Manchmal spürt man dieses sehr gute Gefühl beim Schreiben. Aber das heißt noch lange nicht, dass der Text auch anderen so gefällt! Oder dass dann auch die Inszenierung gelingt. Man darf beim Schreiben nicht schon an die Wirkung denken. Besser, man lässt der Fantasie einfach freien Lauf und schreibt. Wenn ich diese Schere der Umsetzung schon ab dem ersten Satz im Kopf gehabt hätte, dann hätte ich manche Szene wahrscheinlich nicht so verrückt geschrieben.

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