Man stelle sich vor, fest an etwas zu glauben, das einem hilft und Halt im Leben gibt. Etwas, das größer ist, als man selbst und an das sich alle Hoffnungen und Sehnsüchte klammern. Plötzlich aber löst sich genau das in Luft auf. So passiert 2011, als sich der angeblich erleuchtete indische Guru Sri Kumaré als amerikanischer Filmemacher Vikram Gandhi zu erkennen gab. Den Heilsbringer hatte er erfunden, um auszuprobieren, wie weit man kommen kann, wenn man sich mit falscher Kompetenz ausstattet und die Emotionen Hilfssuchender geschickt anzusprechen und zu leiten weiß. Das funktionierte so gut, dass Vikram am Ende gar nicht mehr wusste, wie er das wieder beenden konnte. Er musste die starken emotionalen Bindungen, die seine Anhänger zu ihm aufgebaut hatten, sehr behutsam wieder lösen. Bei einigen führte das zu großer Verärgerung, andere glauben trotz seines vollständigen Geständnisses noch heute, sie hätten es mit einem Auserwählten zu tun gehabt.
Kongress am Park
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