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Konzert: Glamrock-Party mit The Sweet

Konzert

Glamrock-Party mit The Sweet

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    Sweet bei ihrem Auftritt im Augsburger Spectrum.
    Sweet bei ihrem Auftritt im Augsburger Spectrum. Foto: Siegfried Kerpf

    In den 1970er-Jahren gab es einige Bands, die von jungen Mädchen heiß geliebt und von Jungs mit Verachtung bestraft wurden. Prominente Beispiele waren Boybands wie die Rubettes, die Bay City Rollers oder nicht zuletzt The Sweet. Diese waren in ihren Anfängen teilweise unerträglich. Schuld daran war auch das Autorenduo Michael Chapman und Nicky Chinn. Das Duo schrieb Mainstream-Hits für alle, die zu jener Zeit nicht bei drei auf dem Baum waren. Darunter waren auch Künstler wie Suzi Quatro, Mud oder Smokie, später auch Blondie. 

    Die Anfangszeiten der Sweet hatten jedenfalls wenig mit Rock zu tun. Allerdings waren die Engländer mit dem Mädchenschwarm und Sänger Brian Connolly äußerst erfolgreich. Seichter Pop und platte Texte wie "Funny, Funny", ihrem ersten Nummer-1-Hit in Deutschland, "Coco", "Poppa Joe", "Little Willy" oder "Wig Wam Bam." Von den meisten dieser Songs haben sich die Sweet aber irgendwann distanziert. 

    Sweet-Boss Andy Scott hat eine großartige neue Truppe um sich geschart

    Ab 1973 wurde den Musikern um Connolly dann ein härteres Image verpasst. Glamrock und The Sweet wurden zu einer Symbiose. Von der Urbesetzung ist lediglich noch der mittlerweile 73-jährige Andy Scott dabei. Connolly, Steve Priest und Mick Tucker sind bereits verstorben. Aber Andy Scott, der Boss der Band, der seit über 50 Jahren auf der Bühne steht, hat eine großartige Truppe um sich geschart, mit der er wieder einmal im Spectrum Station machte. Am auffälligsten dabei der schwergewichtige Bruce Bisland, ein Unikum am Schlagzeug, der sein Handwerk versteht. Tom Cory ist ein relativ neues Gesicht an den Keyboards, der mit seinen 45 Jahren auch das Durchschnittsalter deutlich nach unten drückt. Dazu Pau Manzi, der von seinem Chef Scott das Lob "bester Sänger Großbritanniens" bekommt und Bassist Lee Small, der auch ab und zu mal gesanglich eingreift.

    Im prall gefüllten Spectrum sind hauptsächlich die Frauen und Männer, die mit The Sweet aufgewachsen sind. Und die sind zum großen Teil Fans der zweiten Phase der Band. Von ihren Anfangshits stehen mit "Little Willy" und Wig Wam Bam" nur noch zwei Songs auf dem Programm. Die werden allerdings mit wesentlich mehr Wucht präsentiert als vor 50 Jahren. 

    "New York Groove" ist eines der Lieblingslieder von The Sweet

    Mit dem Auftaktsong "Action" gehörten sie damals schon lange zur ersten Glamrock-Garnitur. Ein Lieblingslied auf ihrer Setlist ist schon seit vielen Jahren "New York Groove". Geschrieben hatte den Song damals kein Geringerer als der ehemalige Leadgitarrist Ace Frehley von Kiss. Sweet lassen an diesem Abend eine Rakete nach der anderen aus ihrem Repertoire. "Hell Raiser", "The Sixteens", "Burn On The Flame", "Set Me Free", "Teenage Rampage". Natürlich auch ihren ersten selbst geschriebenen Hit "Fox On The Run". Nach "Fox On The Run" verneigt sich die Band unter tosendem Applaus vor ihrem Publikum. Doch es ist noch nicht Schluss. Sweet sind ihren Fans noch was schuldig. Natürlich "Blockbuster" und zum Mitgröhlen ." Es ist, es ist ein Ballsaal-Blitz". Nach fast exakt 90 Minuten ist die Party beendet. Der Schweiß eint The Sweet und ihr Publikum. 

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