Wer in diesen Tagen das Museum in Oberschönenfeld besucht, der findet dort keine Ausstellung – sondern betritt gleich ein Musikvereinsheim. Alles angerichtet: Die alten, knarzenden Wirtshausstühle stehen schon bereit, im Halbkreis sortiert. Dazu Notenständer an jedem Platz, die Blätter für „Tradition und Zukunft“ liegen auf, ein Marsch von der Legende Kurt Pascher. Und gleich nebenan steht der Regalturm für das vereinseigene Notenarchiv, samt Kopierer – falls die zweite Klarinette wieder ihre Noten vergisst. Nach der Probe wirft dann der alte Getränkeautomat, im Herrgottswinkel des Vereinsheims, Bier und Spezi aus. Auf dem Tisch liegen Kartenspiele und an der Wand hängt eine Bildergalerie, es sind Fotos von außergewöhnlichen Auftritten aus der Vereinsgeschichte: Hier haben sie für Papst Benedikt gespielt, am Münchner Flughafen. Dort hatten sie einen Auftritt auf der Wiesn, ja da war die Kapelle auch dabei. Aber jetzt: ran an den Taktstock. Nur ... ist das alles Kulisse. Eine liebevoll arrangierte Kulisse, in der diese Ausstellung spielt – und die sich für viele Besucher wie ein Stück Heimat anfühlen muss.
Museum Oberschönenfeld
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