Frau Weidemann, die Goldbergvariationen sind eines der anspruchsvollsten Stücke Bachs. Was fasziniert Pianistinnen und Pianisten so daran?
SOPHIA WEIDEMANN: Ich kann da nur für mich sprechen. Mich fasziniert der Aufbau. Es beginnt und endet mit einer Aria, einem wunderschönen Gesangsstück. Davon wird die Bassfolge variiert, sodass im Endeffekt eigentlich dreißig eigenständige Stücke entstehen. Sie haben alle ein anderes Tempo, eine andere Taktart, sie sind mal lustig, mal traurig, aber sie haben diese Konstanz von der Bassfolge. Das hat für mich etwas total Beruhigendes, aber auch Aufbauendes. Außerdem ist das Stück komponiert für ein Cembalo mit zwei Manualen. Ich war fasziniert davon, wie man das technisch lösen kann, damit es auch auf einem Flügel mit nur einem Manual geht.
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