Die menschliche Fantasie ist wie ein scheues Reh, das Reißaus nimmt vor dem Dauerfeuerwerk aus lautem Schlagzeilenjournalismus und grellen Instagram-Reels. Möchte man sie aus ihrem Versteck hervorlocken, braucht es vor allem Ruhe und manchmal einen kleinen Impuls. Wenn sich der Augsburger Komponist und Soundtüftler Tom Simonetti daran macht, einen solchen Impuls zu erschaffen, genügt ihm eine Handvoll Laub. Auf der herbstlichen Straße aufgelesenes, nasses Laub, das über die Tage in einer Ecke langsam vor sich hin trocknet und mit dem im Studio die wundersamsten Geräusche erzeugt werden können, die wiederum die wundersamsten Bilder auf die Hirnrinde projizieren.
Augsburg
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