Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten

Reiner Erben verabschiedet sich nach 30 Jahren aus der Stadtpolitik in Augsburg

Augsburg

Reiner Erben verabschiedet sich nach 30 Jahren aus der Stadtpolitik

  • |
  • |
  • |
  • |
    Umweltreferent Reiner Erben zieht sich nach 30 Jahren in der Kommunalpolitik zurück.
    Umweltreferent Reiner Erben zieht sich nach 30 Jahren in der Kommunalpolitik zurück. Foto: Marcus Merk

    Wenn die Stadtregierung jetzt aus dem Amt scheidet, dann gibt es einen aus der Referentenriege, der diesen Tag unabhängig vom Wahlergebnis schon länger im Blick hatte: Reiner Erben (Grüne) hat seinen Abschied aus der Kommunalpolitik geplant. Nach zwei Amtsperioden als Umweltreferent und nicht ganz drei Perioden als Stadtrat zieht sich der 68-Jährige aus der Kommunalpolitik zurück. Fast 30 Jahre lang prägte Erben die Politik der Grünen mit, sei es von der Regierungsbank aus oder als Vorsitzender der Fraktion. Für einige Monate saß Erben 2013 auch im Landtag, weil er für den verstorbenen Abgeordneten Adi Sprinkart nachrückte.

    „Wenn man keine ehrgeizigen Ziele formuliert, passiert gar nichts“

    In Erbens Amtszeit beschloss der Stadtrat ehrgeizige Ziele beim Klimaschutz, die allerdings – wie auch Ziele auf Landes- und Bundesebene – nicht einhaltbar scheinen. Es sei dennoch der richtige Weg gewesen, weil es ja Fortschritte gebe. „Wenn man keine ehrgeizigen Ziele formuliert, passiert gar nichts“, so Erben. „Dann werden die kleinen Schritte immer noch kleiner.“

    Im Umweltbildungszentrum beim Botanischen Garten verabschiedete sich Erben nun von Wegbegleitern. Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) sagte, innerhalb von Schwarz-Grün habe man beim Thema Klimaschutz viel gerungen, aber letztlich Lösungen erarbeitet. Unter Erben sei auch beim Thema Baumschutz- und pflanzungen einiges vorangegangen, etwa mit der Bundesförderung für 700 neue Bäume. Weber, Bundestagsabgeordnete Claudia Roth und Bürgermeisterin Martina Wild (beide Grüne) erinnerten an die Corona-Pandemie, in der das Gesundheitsreferat stark gefordert war – und nun in der Kritik steht wegen der Impfzentren. Diese funktionierten reibungslos, bei der Abrechnung mit dem Dienstleister gibt es aber offene Fragen. Es stehen Millionenforderungen im Raum. „Die Erwartungen waren wahnsinnig groß unter Bedingungen, für die es keine Blaupause gab“, so Roth. Die damaligen Leistungen verdienten Respekt, statt nun im Nachhinein diskreditiert zu werden. Weber sagte, Erben habe Durchhaltevermögen gezeigt und bis zum Ende seiner Amtszeit den Willen, die Dinge aufzuklären.

    Alpenüberquerung zusammen mit den Söhnen auf dem Fahrrad

    Erben will sich künftig aus der aktiven Politik heraushalten. Im Landschaftspflegeverband wird er statt des bisherigen Vorsitzes ganz praktisch bei der Flächenpflege Hand anlegen, vielleicht auch ehrenamtlich die Akkus der Leih-Lastenräder in der Nachbarschaft im Bismarckviertel tauschen, wo er mit seiner Frau lebt. Als Erstes gehe es darum, nach zwölf Jahren Dauerlauf in der Politik „herunterzukommen“. Helfen wird ihm dabei eine Radtour mit seinen erwachsenen Söhnen, die eine Alpenüberquerung planen.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren