Fans

10.02.2018

Gutes tun im FCA-Stadion

Spendete in der Augsburger Arena Blut: Ehrenratsmitglied Christian Korte schloss sich der Aktion der aktiven Fanszene an.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Statt ihre Mannschaft in Leipzig zu unterstützen, organisiert die aktive Anhängerschaft des FC Augsburg eine Blutspende in der Arena. Wie die Aktion und der Boykott beurteilt werden

Den Weg ins Stadion kennen die Fans des FC Augsburg bestens. In den Heimspielen unterstützen sie die Bundesligaprofis, leiden nach Niederlagen und feiern nach Siegen mit ihnen. Am Freitagnachmittag rückt weit Wichtigeres als Fußball in den Vordergrund, als die FCA-Anhänger ihr Stadion aufsuchen. Es geht um eine Blutspende, die im Ernstfall Leben retten kann. Die AG Soziales, ein Zusammenschluss der aktiven Augsburger Fanszene, hat die Aktion gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) organisiert.

Einer der Spender ist Christian Korte, einst saß er im Aufsichtsrat, inzwischen ist er als Ehrenratsmitglied tätig. Von der Aktion der Fanszene zeigt er sich begeistert. Nach der Arbeit ist er sofort in die Arena gefahren, erzählt Korte. Er lobt allgemein das Engagement der aktiven Fans, deren Kern die sogenannten Ultras bilden. „Ich unterstütze das absolut. Die Ultras machen das aus innerer Überzeugung heraus“, betont Korte.

Nicht nur in Augsburg engagiert sich der harte Fankern, eine AG Soziales existiert unter anderem auch bei Zweitligist Union Berlin. Die Augsburger AG und deren Organisatoren wollen sich zu ihren Beweggründen nicht äußern. Bei ihrer Gründung im September vergangenen Jahres schrieben sie in einem Flyer: „Ziel ist es, allen FCA-Fans mit sozialen Ideen, karitativem Engagement und materiellen Möglichkeiten als Anlaufpunkt zu dienen.“

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Das Ergebnis der Blutspendeaktion kann sich sehen lassen, die BRK-Teamleitung zeigt sich zufrieden. Rund hundert Menschen lassen sich „anzapfen“, vorwiegend sind sie jung und spenden zum ersten Mal. Überrascht zeigt sich das BRK nicht von der ansprechenden Resonanz. Begründung: Zu solchen Aktionen kommen viele Leute, die normalerweise nicht kommen. Diese Erfahrung machte das BRK auch im August des vergangenen Jahres, als es mit den Augsburger Panthern im VIP-Bereich des Curt-Frenzel-Stadions zum Blutspenden einlud.

Die Aktion der AG Soziales bildete ein Alternativprogramm zur Auswärtsfahrt nach Leipzig. Das Red-Bull-Konstrukt wird in Augsburg kritisch gesehen. FCA-Präsident Klaus Hofmann würde den Leipzigern gerne die Bundesligalizenz entziehen, die aktive Fanszene boykottierte die Fahrt nach Leipzig, um ihrer Abneigung Ausdruck zu verleihen. Blutspender Andre Dittrich betrachtet das Fehlen von Teilen der Fans „gemischt“, wie er sagt. Der 42-Jährige besitzt eine Dauerkarte im N-Block. Er findet es wichtig, dem DFB zu zeigen, dass man gegen das Leipziger Vereinsmodell ist. „Aber der Mannschaft fehlt die Unterstützung“, sagt Dittrich.

FCA-Spieler und Trainer Manuel Baum äußerten im Vorfeld, sie hätten sich über mehr Augsburger Begleitung nach Leipzig gefreut. Rund 300 Anhänger waren am Freitag dabei, schlossen sich dem Boykott nicht an. Für Ralph Prillwitz, im M-Block zu Hause, prinzipiell kein Problem. „Für mich sind das keine Verräter“, sagt der 50-jährige Erstspender. „Es müssen sich nicht alle Fans so verhalten“, begründet er. Im Boykott sieht er ungeachtet dessen ein probates Mittel, um „nachhaltig zu protestieren“.

Ähnlich beurteilt O-Blocker Bernhard Molle das Fernbleiben einiger Fans. Ein Zeichen gegen RB zu setzen, sei nicht verkehrt. „Zur Regel sollte das aber nicht werden“, schiebt er hinterher. Molle stört sich nicht nur am Leipziger Konstrukt, ihn ärgern auch andere Entwicklungen. Ein Montagsspiel in Dortmund mache keinen Sinn, nennt er beispielhaft. Sein Fazit: „Der DFB legt keinen Wert auf Fans im Stadion.“

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