Diese Woche traf Ober-Panther Lothar Sigl in München seine Eishockeykollegen. DEL-Gesellschafterversammlung nennt sich das. Wichtige Gesprächsthemen gibt es in der Liga genügend. So muss geklärt werden, in welcher Form das Fernsehen künftig über die DEL berichtet. Der Vertrag mit dem Abosender Sky, der pro Jahr insgesamt rund drei Millionen Euro einbrachte, ist ausgelaufen. „Es liegen einige Angebote vor, die Geschäftsführung wurde beauftragt, die Verhandlungen voranzutreiben“, berichtet Sigl. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob die DEL weiterhin überwiegend verschlüsselt oder bei einem frei empfangbaren Sender zu sehen sein soll. Der Panther-Hauptgesellschafter beschreibt seine eigene Position folgendermaßen: „Für Übertragungen im Free-TV wären wir bereit, einen Euro weniger Entgelt zu akzeptieren, bei zwei Euro wäre das schon schwieriger.“ Sigl setzt aber auf den Ligakonsens und das Geschick der beauftragten Verhandlungspartner.
Der künftige TV-Vertrag könnte wichtig sein für Sponsorengespräche. Augsburg war mit seinem Etat von knapp 3,5 Millionen Euro bislang Schlusslicht in der Budget-Rangliste, und daran wird sich wohl nichts ändern. Hauptgeldgeber Impuls hat seinen Vertrag nicht verlängert, Ersatz zu finden ist schwierig. „Wir haben viel angestoßen und kommen in kleinen Schritten nach vorne. Den großen Partner, der uns auf einmal einige hunderttausend Euro bringt, werden wir nicht finden. Wir können nur auf viele kleiner Partner hoffen, die mit Herzblut bei der Sache sind, auch wenn wir kommende Saison noch einmal auf einer Baustelle spielen müssen.“
Bis zum 24. Mai müssen die Panther ihre Unterlagen zur Lizenzierung einreichen. Die DEL will ab Herbst wieder mit 14 Mitgliedern spielen. Ein Wackelkandidat ist derzeit der EHC München, bei dem sich einer der Gesellschafter zurückziehen will. Ein neuer Investor wird gesucht, parallel dazu führt die EHC-Führung Gespräche über einen Lizenzverkauf mit dem Zweitligisten Schwenninger Wild Wings, der sich auch fristgemäß für die DEL beworben hat.
Die Panther haben bereits 18 Profis für die nächste Spielzeit unter Vertrag. Gesucht werden noch vier Importspieler (ein Verteidiger und drei Stürmer). In der Abwehr ist Justin Fletcher weiterhin ein Thema, im Angriff gehört der Wolfsburger Stephen Werner zum großen Kandidatenkreis. „Er war vor zwei Jahren bei Rosenheim bester Zweitligaspieler, seine Verpflichtung ließ sich damals für uns nicht realisieren. In Wolfsburg hatte der Amerikaner viel Pech. Seine Verletzungen muss man genau analysieren“, so Sigl.
Es wird wohl noch dauern, bis die Panther den nächsten ausländischen Profi unter Vertrag nehmen. „Wir haben derzeit kein schriftliches Angebot im Umlauf.“ Anders sieht es bei einem deutschen Nachwuchsspieler aus. „Wir wollen einem Talent die Chance geben, im Training und Spiel Druck auf die Etablierten auszuüben“, beschreibt der Hauptgesellschafter den Pantherplan.