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Bundesliga

16.04.2019

Rangeleien im Fanblock: Polizei nimmt zwei FCA-Fans fest

Zu Beginn der zweiten Halbzeit fand im Augsburger Block ein Polizeieinsatz statt: Zusammen mit dem Ordnungsdienst der Frankfurter wurden die gelb eingefärbten Rettungswege von den Ordnungskräften besetzt.
Bild: Jan Huebner

Während der zweiten Halbzeit zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Augsburg gibt es Ärger zwischen Fans und Ordnungsdienst. Am Ende muss die Polizei eingreifen, dabei steckt ein Beamter einen Schlag ins Gesicht ein

Aus rein sportlicher Sicht verlief der Sonntagnachmittag für den FC Augsburg optimal: Martin Schmidt holte in seinem ersten Spiel gleich einen Sieg bei Eintracht Frankfurt. Ein Polizeieinsatz im Augsburger Fanblock hat für viele FCA-Fans dieses Erfolgserlebnis jedoch überschattet. Wie die Frankfurter Polizei auf Anfrage bestätigte, ist es während der zweiten Halbzeit zwischen Mitgliedern der aktiven Fanszene des FC Augsburg und dem Ordnungsdienst zu Schlägereien gekommen. Später griff die Polizei im Gästeblock der Frankfurter Arena ein. Zwei Augsburger Fans wurden dabei vorläufig festgenommen.

Auslöser waren offenbar zwei Fahnen, die die Augsburger Fans zu Beginn des Spiels quer über den unteren Teil des Fanblocks gelegt hatten. Der Ordnungsdienst der Hessen monierte daraufhin, dass die Fluchtwege auf der Treppe damit versperrt wären. Laut Polizeiauskunft weigerten sich die Augsburger Fans, die Fahnen abzunehmen. Als rund 20 Mitarbeiter des Ordnungsdienstes zu Beginn der zweiten Halbzeit den Fanblock betraten, eskalierte die Situation, es kam zu ersten Raufereien. Ein Augenzeuge berichtet: „Die Ordner haben gesagt: Ihr hattet eure Chance. Jetzt nehmen wir euch die Fahne ab.“

Dazu kam es aber noch nicht: Die Mitarbeiter des Security-Dienstes verließen den Augsburger Fanblock unverrichteter Dinge. Kurz darauf kehrten sie mit Unterstützung der Polizei zurück: Laut Augenzeugen betraten zusätzlich rund 40 Polizisten in schwerer Montur samt Helmen und Panzerungen den Fanblock. Die Beamten räumten die Rettungswege frei und nahmen den Augsburger Fans die Fahnen ab – ein Vorfall, der unter Ultras als Demütigung gilt. Die Fahne gehört zu den wichtigsten Symbolen der aktiven Fanszene. Wird sie zum Beispiel von einer anderen Ultra-Gruppierung gestohlen, gebietet es der Verhaltens-Codex der Szene, dass sich die bestohlene Ultra-Vereinigung auflösen muss. Wie viele Polizisten genau im Einsatz waren, verrät die Frankfurter Polizei aus einsatztaktischen Gründen generell nicht.

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Bei dem Polizeieinsatz wurden zwei Augsburger festgenommen: Ein 20-Jähriger soll einen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes mit einer Fahnenstange geschlagen haben. Einem 19-Jährigen wird vorgeworfen, einen Polizisten ins Gesicht geschlagen zu haben. Beide durften nach der Aufnahme ihrer Personalien wieder gehen.

Gegen die beiden laufen nun Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Schwerere Verletzungen gab es nach derzeitigem Stand nicht. Eine Sprecherin der Polizei betonte jedoch, dass die Ermittlungen gerade erst anlaufen. In den sozialen Medien wird der Einsatz der Frankfurter Ordnungsdienste und der Polizei als unverhältnismäßig kritisiert. Die Polizei weist dies mit Hinweis auf die Sicherheitslage zurück.

Die Stimmung im FCA-Block war nach dem Einsatz der Polizisten bedrückt. Die aktive Fanszene stellte ihren Support nahezu komplett ein, viele drehten sich mit dem Rücken zum Spielfeld um. Vom FC Augsburg und dem Fanbetreuer des Klubs war gestern keine Stellungnahme zu den Vorfällen zu erhalten. Man wolle erst die Ermittlungen abwarten und intern beratschlagen, teilte der Bundesliga-Klub auf Anfrage unserer Redaktion mit.

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