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Sportpolitik: Umkleide fürs Curt-Frenzel-Stadion statt Kunstrasenplatz

Sportpolitik

Umkleide fürs Curt-Frenzel-Stadion statt Kunstrasenplatz

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    Weil granulatverfüllte Kunstrasenplätze aufgrund von zuviel Mikroplastik in Verruf geraten sind, stellt die Stadt den Bau zurück und verwendet einen Teil des Geldes, um moderne Umkleide-Container für die Eisbahn II im Curt-Frenzelstadion zu bauen.
    Weil granulatverfüllte Kunstrasenplätze aufgrund von zuviel Mikroplastik in Verruf geraten sind, stellt die Stadt den Bau zurück und verwendet einen Teil des Geldes, um moderne Umkleide-Container für die Eisbahn II im Curt-Frenzelstadion zu bauen. Foto: Ulrich Wagner

    Trotz mittlerweile zehnjähriger Bautätigkeit im Curt-Frenzel-Stadion sind immer noch nicht alle Modernisierungsarbeiten abgeschlossen, geschweige denn bezahlt. Offen sind noch Maßnahmen an der Eisbahn II wie die Beschaffung und das Aufstellen von Umkleidecontainern für die Breitensportler sowie die Herstellung der Vorplätze oder die Erstellung der Rettungszufahrt „Nord“. Auch soll die Einhausung der Bahn II weiter vorangetrieben werden. Weil zusätzlich noch Nachtragsforderungen sowie diverse Gerichts-, Berater- und Anwaltskosten aufgelaufen sind, kommen auf die Stadt weitere Ausgaben von knapp einer Million Euro (exakt 948743,44 Euro) zu.

    Weil auf dem entsprechenden Baukonto aber nur noch rund 44 0000 Euro vorhanden sind, ereilte die Mitglieder des Sportausschusses nun ein Dringlichkeitsantrag, wie der Finanzierungsbedarf gestemmt werden kann – vorgelegt von Sportreferent Dirk Wurm. Seine Formel lautet verkürzt: Umkleidecontainer statt Kunstrasenplatz.

    Der Referent schlug nämlich vor, die bereits im Haushalt 2019/2020 eingestellten Mittel von 60 0000 Euro nicht wie geplant für die Errichtung eines Kunstrasenplatzes innerhalb des Stadtgebietes auszugeben, sondern damit die Finanzierungslücken im Curt-Frenzel-Stadion zu schließen. Ausschlaggebend für die Idee ist die Tatsache, dass die mit Gummigranulat verfüllten Kunstrasenfelder aufgrund ihres hohen Anteils an Mikroplastik in jüngster Zeit zunehmend in Verruf geraten sind. Die Europäische Kommission erwägt sogar, Kunstrasenplätze mit Granulat komplett zu verbieten und nur noch Felder mit moderner, aber aufwendiger und teurer Technik ohne Granulat zu erlauben. Exakte Vorgaben hat die Kommission bisher noch nicht gemacht. Weil in Augsburg aber zusätzlich noch das Fachpersonal für die Errichtung moderner Kunstrasenplätze fehlt, warb Wurm für die Umschichtung der Gelder. Das Projekt Kunstrasenplatz sei damit nur verschoben, nicht aufgehoben, betonte Wurm. Die restlichen 190 000 Euro würden während des Jahres ebenfalls in die Erhaltung von Sportanlagen fließen.

    Mit seinem Vorschlag stieß Wurm im Sportausschuss auch mehrheitlich auf Zustimmung – bis auf die Gegenstimme von Stadtrat Alexander Süß (parteilos), der zwar die Maßnahmen im Curt-Frenzel-Stadion für notwendig hielt, sich aber dagegen aussprach, die dem Kunstrasenplatz zugedachten Mittel dafür zu verwenden.

    Giftiges Ammoniak im Kühlmittel

    Einhellige Zustimmung unter den Sportausschussmitgliedern fand hingegen der Antrag auf 776000 Euro für die dringend notwendige Sanierung der Kälteerzeugungsanlage im Curt-Frenzel-Stadion. Das Geld wird für die schrittweise Erneuerung der vier Kompressoren und eines Wärmetauschers genutzt. Besonders die mittlerweile 26 Jahre alten Kompressoren geben den städtischen Technikern Anlass zur Sorge, sagte Maximilian Gietl vom kommunalen Energiemanagement. Weil die Eishockeysaison der Augsburger Panther aufgrund der Playoffs und der Saisonvorbereitung mittlerweile nicht mehr nur auf die Wintermonate begrenzt ist, arbeitet die Eisbereitungsanlage viel länger als konzipiert und bringt im derzeitigen Zustand kaum mehr die nötige Leistung. So habe es im vergangenen Jahr bereits zweimal Schäden an der Anlage gegeben. Bedenklich sei dabei das hochtoxische Kältemittel Ammoniak, das in den Kompressoren verarbeitet wird, weil es extrem gesundheitsschädlich ist.

    Angesichts dessen waren die Sportausschussmitglieder schnell von der Dringlichkeit der Investition überzeugt. Sind die Gelder in den Haushalt eingestellt, werden die Kompressoren aufgrund ihrer mehrmonatigen Lieferzeiten sukzessive von 2020 bis 2022 erneuert – ebenso wie der Wärmetauscher, der durch Schlammwasser nicht mehr die nötige Leistung erbringt und durch ein wirtschaftlicheres Modell ersetzt werden muss.

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