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Interview

23.02.2019

Wie Ex-Profi Manni Bender zu Türkspor Augsburg kam

Manfred „Manni“ Bender war einst ein Freistoßspezialist in der Bundesliga. Jetzt trainiert er den Landesligisten Türkspor Augsburg.
Bild: Siegfried Kerpf

Der frühere Bundesliga-Profi spricht über Spiele, die man nie im Leben vergisst. Am Wochenende kommt der ehemalige "Löwe" zum Spitzenspiel nach Landsberg.

Wie kam denn der Kontakt zu Türkspor Augsburg zustande?

Bender: Ich kenne meinen Vorgänger Serdar Dayat recht gut. Mit dem habe ich meinen Fußball-Lehrer gemacht. Wir waren immer in Kontakt, und als er kürzlich in die Türkei gewechselt ist, hat er mich als Nachfolger vorgeschlagen.

Sie waren vorher beim FC Pipinsried in der Regionalliga und haben dort frühzeitig wieder aufgehört. Warum hat das nicht geklappt?

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Bender: Ich finde das immer witzig, wenn jemand die Frage stellt, warum das nicht geklappt hat. Nur weil man den Verein verlässt? Ich bin gekommen, da hat Pipinsried gerade mal sieben Punkte gehabt. Ich habe mit einem Spiel weniger doppelt so viele Punkte geholt wie vorher.

Ich habe nur gelesen, dass die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer nicht so gepasst hat...

Bender: Ich habe das Gefühl gehabt, dass manche Spieler in der Bayernliga besser aufgehoben wären, weil sie nicht so oft trainieren wollten. Die waren es gewöhnt, dass man in Pipinsried immer nur zweimal wöchentlich trainiert hat. Aber der Verein wollte diese Spieler behalten, und da habe ich gesagt, dann macht es keinen Sinn, dass wir weitermachen.

Sie haben jetzt ein paar Trainingseinheiten hinter sich. Wie ist der Eindruck von Türkspor?

Bender: Fußballerisch ist das eine gute Mannschaft. Umsonst sind sie ja nicht Tabellenzweiter. Serdar Dayat hat dann nach einer schlechten Saison schon aufgezeigt, was für ein Potenzial in der Mannschaft steckt.

Sie galten in der Bundesliga als Freistoß-Spezialist. Können Sie Ihren Spielern in dieser Hinsicht noch was beibringen?

Bender: Das kann man natürlich mit den Spielern trainieren. Eine bestimmte Fußhaltung oder Körperhaltung kann man schon jemandem beibringen. Vielleicht sogar auch noch das eine oder andere Prozent mehr, durch das der Ball mehr Effet bekommt.

Schießen Sie noch gerne selbst Freistöße?

Bender: Da sind die Verletzungsgefahr und die Angst zu groß, dass es mir die Leiste raushaut (lacht).

Sie haben schon eine beeindruckende Karriere hingelegt. Mit dem FC Bayern zweimal deutscher Meister geworden und dann natürlich mit dem Karlsruher SC 1993 das legendäre 7:0 im Europapokal gegen den FC Valencia. Wie oft werden Sie noch darauf angesprochen?

Bender: Vor sechs Monaten war ich erst bei Euro-Eddy auf der Hochzeit (Edgar Schmitt schoss damals vier Tore und bekam dann den Spitznamen Euro-Eddy) und da war dann natürlich klar, dass dieses Thema wieder auf den Tisch kommt. Vor allem in der Karlsruher Gegend ist diese Partie immer noch sehr präsent.

Auf so ein Spiel muss man doch ein ganzes Leben stolz sein...

Bender: Es gibt immer Spiele im Leben, die man nicht vergisst. Dazu gehört für mich auch das 2:2 mit den Bayern im Halbfinale bei Roter Stern Belgrad (1991, 2:2, Anm. d. Red.). Damals sind wir unglücklich ausgeschieden.

Ich kann mich auch erinnern, dass Sie einmal ein sensationelles Freistoßtor gegen Oliver Kahn geschossen haben...

Bender: (lacht) Gegen Oli Kahn habe ich öfter getroffen.

Gibt es noch Kontakte zu ehemaligen Mitspielern?

Bender: Nein, das verläuft sich. Bei einigen Veranstaltungen, wie bei einem Golfturnier, läuft man halt dem einen oder anderen mal über den Weg. Zum Bayern-Golfturnier werde ich immer eingeladen. Da trifft man schon ehemalige Kollegen und ratscht dann ein bisschen.

Wie sieht es mit den Kontakten zu den ehemaligen Klubs aus?

Bender: Die gibt es auch nur noch sehr sporadisch. Wenn ich einmal eine Eintrittskarte brauche, wie jetzt, wenn die Bayern zu Hause gegen Liverpool spielen, ist das kein großes Problem.

Gibt es einen Bezug zum FC Augsburg?

Bender: Ich verfolge den Verein. Die haben derzeit eine schwere Phase, aber das ist normal, dass ein Klub mal stagniert. Ich kenne Trainer Manuel Baum. Zum Ende meiner Karriere habe ich noch beim FC Ismaning gespielt und Manuel ist da im Tor gestanden.

Sie waren eigentlich immer sehr bodenständig. Doch einmal habe ich in Ihrer Vita gelesen, waren Sie Co-Trainer bei der U20 von Nigeria...

Bender: Ich hatte einmal einen Spieler, der hatte gute Kontakte nach Nigeria. Das war damals nur ein Job auf Zeit. Ich habe geholfen, die Mannschaft auf den Afrika-Cup vorzubereiten. Das war schon ein Abenteuer, aber auch hochinteressant. Das hat Spaß gemacht, und ich bin jetzt auch Afrikameister, weil Nigeria gewonnen hat.

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