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Tauschschrank: Ein gutes Projekt vermüllt

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Tauschschrank: Ein erfolgreiches Projekt vermüllt

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    Der Zustand des Tauschschrankes an der Wolfgangstraße ärgert Anwohner. Er sieht teilweise aus wie eine Sperrmüllansammlung.
    Der Zustand des Tauschschrankes an der Wolfgangstraße ärgert Anwohner. Er sieht teilweise aus wie eine Sperrmüllansammlung. Foto: Annette Zoepf

    Der Tausschrank an der Wolfgangstraße im Quartier Rechts-der-Wertach ist ein großer Erfolg. Menschen geben dort Dinge ab, die sie selbst nicht mehr benötigen, die aber andere noch gebrauchen können. „Der Durchsatz ist gewaltig“, sagt Quartiersmanager Jan Weber-Ebnet. Doch der rege Austausch, vor allem von Kleidung hat auch seine negative Seite. Teilweise sieht es am Tauschschrank aus wie auf einer Müllhalde, beklagen Anwohner.

    So sieht der Tauschrank aus, wenn er aufgeräumt ist.
    So sieht der Tauschrank aus, wenn er aufgeräumt ist. Foto: Quartiersmanagement Rechts-der-Wertach

    Der Tauschschrank wird vom Verein „Quartier für alle“ (Qualle) Rechts-der-Wertach betrieben. Doch der ehrenamtliche Verein hat offenbar Schwierigkeiten, an dem Schrank Ordnung zu halten. Nicht nur, dass Kleidungsstücke und Gegenstände an manchen Tagen wild in der Gegend herumliegen - der Schrank animiert auch Menschen, ihren Sperrmüll dazuzustellen, wie Anwohner berichten. Der Verein sei gerade in einer Konsolidierungsphase, sagt Quartiersmanager Weber-Ebnet. Unter den aktiven Mitgliedern habe ein starker Wechsel stattgefunden - auch das Nachbarschaftszentrum an der Mittelstraße wurde aufgegeben, weil die Miete zu teuer war, berichtet er. Derzeit findet man Qualle in den Räumen des Quartiersmanagements.

    Das Quartiersmanagement kümmert sich jetzt um den Tauschschrank

    Neben den Ehrenamtlichen von Qualle kümmert sich derzeit das Quartiersmanagement um den Schrank, wie Weber-Ebnet berichtet. „Der Schrank wird irre frequentiert - und zwar nicht von Vintage-Akademikern, die sich ein hübsches Teil heraussuchen, sondern von Menschen, die nichts haben“, so seine Erfahrung. Nicht alle Bedürftigen seien in der Lage, dort gut Ordnung zu halten, weshalb es am Schrank hin und wieder chaotisch aussehe. „Wir kommen regelmäßig vorbei und räumen wieder auf“, sagt der Quartiersmanager. Das Sperrmüllproblem sei der Stadt und dem Amt für Abfallwirtschaft (AWS) bekannt - das AWS käme regelmäßig vorbei und hole die abgestellten Möbel ab.

    In einem Gutachten des Quartiersmanagements von Rechts-der-Wertach zum Tauschschrank heißt es als Fazit, das Quartiersmanagement sei von dem Mehrwert des Schranks überzeugt. Einzelne kritische Stimmen oder negative Eindrücke stellten nur Momentaufnahmen dar und spiegelten nicht die kontinuierliche, intensive Nutzung wieder. Bewertungen sollten sich nicht auf die Beobachtungen einzelner Stimmen stützen. Stattdessen sollte der Mehrwert selbst erlebt werden, was bereits innerhalb weniger Minuten am Tauschschrank möglich sei. Der Tauschschrank sei ein lebendiger Ort der Nachhaltigkeit, Teilhabe und Nachbarschaft und stelle aus Sicht des Quartiersmanagements einen klaren Gewinn für das Quartier dar.

    „Es gibt viele Menschen im Viertel, die nichts haben“

    Spricht man vor Ort mit Anwohnern, hört man auch Positives über den Schrank. „Ich finde den Schrank eine tolle Sache“, sagt eine Rentnerin, die gerade vorbeikommt. „Es gibt hier im Viertel viele Menschen, die gar nichts haben - für die ist der Tauschschrank überlebenswichtig“, glaubt sie. Manche Menschen kämen auch nachts, um nach Kleidung zu suchen, hat sie beobachtet. „Die Not ist groß“, so die Rentnerin.

    Die Lebensmittelkühlschränke, die Qualle im Rahmen eines Foodsharing-Projektes aufgebaut hatte, wurden mittlerweile wieder abgebaut, so Weber-Ebnet. „Der Pflegeaufwand war durch die ehrenamtlichen Helfer einfach nicht mehr zu leisten“, so der Quartiersmanager. Außerdem habe es in der Gegend ein starkes Rattenproblem gegeben, so dass man sich entschied, das Food-Sharing-Projekt aufzugeben. „Das Projekt gibt es nach wie vor, hat sich allerdings komplett ins Digitale verlagert“, so Weber-Ebnet. Über eine WhatsApp-Gruppe tauschten sich die Mitglieder aus, wo es Lebensmittel abzuholen gibt.

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