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Verkehrsberuhigung: Stadt packt Wunschprojekt in Pfersee an

Pfersee

Verkehrsberuhigung: Stadt packt Wunschprojekt in Pfersee an

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    Die Brunnenbachstraße in Pfersee wird neu geplant.
    Die Brunnenbachstraße in Pfersee wird neu geplant. Foto: Michael Hochgemuth

    Zu viel Verkehr, zu wenig Sicherheit – das Thema Verkehrsberuhigung beschäftigt die Menschen in Pfersee seit Jahren. Bereits 2005 wurde in einer Bürgerwerkstatt ein Konzept erarbeitet, das eine flächendeckende Entschleunigung im Stadtteil zum Ziel hatte. Doch während sich auf dem Papier viel bewegt hat, haperte es an der Umsetzung. „Konkrete Planungen des Tiefbauamts für die Leitershofer Straße östlich von St. Paul sowie für die Einmündung Adlhoch-/Brunnenbachstraße kamen bislang leider nicht voran“, kritisiert Peter Emil Monz, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Pferseer Vereine und Organisationen (AGP). Doch jetzt ist Bewegung in das Projekt gekommen.

    Wie berichtet, hat die Stadt mit der Umsetzung begonnen. Die Brunnenbachstraße in Pfersee soll umfassend saniert und umgestaltet werden, schreibt das Mobilitäts- und Tiefbauamt auf Anfrage der Redaktion. Geplant ist eine Neuaufteilung des Straßenraums unter Berücksichtigung aller Verkehrsarten. Überbreite Fahrbahnen werden verschmälert, was zusätzliche Flächen für Fuß- und Radverkehr schaffen kann. Auch eine generelle Tempo-30-Regelung wird im Rahmen der Planung geprüft. Der bestehende Bestand an Stellplätzen soll weitgehend erhalten bleiben.

    Pfersee soll einen neuen kleinen Platz bekommen

    Im südlichen Bereich zwischen Hans-Adlhoch-Straße und Alfonsstraße soll durch die Reduzierung überdimensionierter Fahrbahnflächen ein kleiner Platz entstehen – mit Bäumen, Grünfläche und Sitzgelegenheiten. Der Knotenpunkt mit der Fahrradstraße Färberstraße wird verschmälert, um Fußgängern das Queren zu erleichtern. Die Einmündung der Leitershofer Straße wird leicht nach Süden verschoben, um Platz für den barrierefreien Ausbau der Bushaltestelle „Pfersee“ zu schaffen. Dort entstehen drei Haltepositionen für die stark frequentierten Buslinien 35, 42, 72, 74 und 641. Die provisorische Wartefläche vor der Leitershofer Straße 12/14 entfällt damit. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite bleibt das Parken weiterhin möglich, so das Tiefbauamt.

    Die Gesamtmaßnahme sei im städtischen Investitionsprogramm für 2025/2026 vorgesehen. Baubeginn werde voraussichtlich noch in diesem Jahr sein. Die Kosten betragen rund 2,4 Millionen Euro. Für den barrierefreien Ausbau der Haltestelle sei ein Förderantrag beim Freistaat Bayern geplant, weitere Fördermöglichkeiten für die Straßenerneuerung würden geprüft.

    Fahrradstraße: Von diesem Projekt abgesehen gibt es weitere Wünsche und Sorgen im Stadtteil. So liegt das Projekt Fahrradstraße für Pfersee Nord den Menschen ebenso seit Jahren am Herzen. Das Projekt liege in einem Korridor möglicher Routenverläufe, die im Rahmen der aktuell laufenden Machbarkeitsstudie zu Radvorrangrouten bis Jahresende geprüft und festgelegt werden sollen, erklärt dazu das Tiefbauamt. Zunächst sei daher im Rahmen dieser Studie zu klären, ob eine Fahrradstraße Pfersee-Nord Bestandteil einer Radvorrangroute wird. Sollte dies nicht der Fall sein, könne im Anschluss über das Ob und Wann einer gegebenenfalls eigenständigen Planung und Umsetzung entschieden werden. Diese Studie ist voraussichtlich Ende dieses Jahres abgeschlossen, so die Stadt.

    Casino: Was geschieht mit dem Casino auf dem Sheridan-Gelände? Laut Stadt werde für das ehemalige Offizierscasino derzeit eine Ausschreibung vorbereitet. „Gesucht werden Investoren, die dem Gebäude – im Rahmen des geltenden Baurechts – wieder neues Leben einhauchen. Besonders wünschenswert sind dabei natürlich Nutzungen öffentlicher beziehungsweise halböffentlicher Art, die den Augsburgerinnen und Augsburgern die Möglichkeit geben, das Gebäude künftig zu besuchen und zu erleben“, so das Planungsreferat.

    In Pfersee sollen zwei neue Kitas entstehen

    Kinderbetreuung: Der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen in Pfersee-Nord und die Frage, wie sich der Zubau von Wohnungen auf die Erfordernis von Schulplätzen auswirken, sind ebenfalls ein Thema. Bildungsbürgermeisterin Martina Wild (Grüne) betont die Bedeutung frühkindlicher Bildung für Chancengleichheit und Zukunftsperspektiven von Kindern. Die Stadt Augsburg arbeite deshalb gemeinsam mit freien Trägern kontinuierlich am bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung. In Pfersee ist die Versorgungslage im Vergleich gut, doch gebe es nach wie vor Lücken: In Pfersee-Süd fehlten derzeit 23 Krippen- und 16 Kindergartenplätze, in Pfersee Nord 16 Krippen- und 22 Kindergartenplätze.

    Konkret geplant seien zwei neue Einrichtungen: In der Eberlestraße soll bis Mitte 2027 ein Kindergarten für 50 Kinder entstehen. In der Deutschenbauerstraße ist ein fünfgruppiges Haus für Kinder vorgesehen – die Ausschreibung dafür soll 2026 erfolgen. Weitere Gespräche mit Investoren liefen.

    Grundschulen: „Bei den Grundschulen in Pfersee ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler derzeit stabil. Der Bedarf an Klassenzimmern ist gedeckt, allerdings fehlen an einzelnen Standorten geeignete Räume für den Ganztag“, so Wild. Die Versorgung mit Ganztagsplätzen sei insgesamt gut. Für den Rechtsanspruch ab 2026 sei bis 2029 ein moderater Ausbau nötig, insbesondere im Bereich der Centerville-Grundschule, so die Bildungsreferentin.

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