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Was den Wochenmarkt in Augsburg-Lechhausen so besonders macht

Lechhausen

Frische Ware, faire Preise: Was Kunden am Wochenmarkt Lechhausen schätzen

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    Wochenmarkt in Lechhausen: Händler Thomas Kronthaler ist  seit der ersten Stunde dabei.
    Wochenmarkt in Lechhausen: Händler Thomas Kronthaler ist seit der ersten Stunde dabei. Foto: Peter Fastl

    Thomas Kronthaler sieht aus, wie man sich einen Landwirt vorstellt. Festes Schuhwerk, breitkrempiger Hut, dichter Bart und etwas sonnengebräunte Haut. So bereitet er an seinem Stand auf dem Wochenmarkt seine Produkte aus. Der Markt in Lechhausen ist überschaubar. Klein, aber fein. Mit einem eigenen Charme. Jeden Freitag zwischen 11 Uhr und 16 Uhr bieten in der Widderstraße Händler aus der Region Käse, frisches Fleisch, Eier oder Obst und Gemüse an. Seit über 30 Jahren kaufen Kunden, die gesund leben wollen, ihre Waren ein. Das Geschäft läuft und der Bauernmarkt hat sich fest im Stadtteil etabliert. Warum?

    Händler Kronthaler betreibt das gleichnamige Feinkostgeschäft

    Kronthaler, der in der benachbarten Waterloostraße mit einem Feinkostgeschäft ansässig ist, kommt zum Bauernmarkt, seit es ihn gibt. „Ich glaube, es war 1990. Da war ich zum erstenmal hier“, so Kronthaler. „Die Kunden kommen hier bei Wind und Wetter und sowohl im Sommer wie auch im Winter. Das macht auch Spaß“, meint Kronthaler.

    Stefan Mägele, Madeleine Bachmann und Silvia Friedl (von links) vom Gemüsehof Mägele sind von den treuen Lechhauser Kunden begeistert.
    Stefan Mägele, Madeleine Bachmann und Silvia Friedl (von links) vom Gemüsehof Mägele sind von den treuen Lechhauser Kunden begeistert. Foto: Peter Fastl

    Kiwi, Ananas, Äpfel, Heidelbeeren und Erdbeeren sehen verführerisch aus. Dazu kommt Feingemüse wie Spargel. Dass der dieses Jahr ziemlich teuer ist, hat seinen Grund. Die Spargelernte sei Knochenarbeit, weiß Händler Kronthaler. Stange für Stange müsse mit der Hand geerntet werden. Kronthaler bezieht seine Ware von bekannten Spargelbauern aus Schrobenhausen. 19 Euro zahlt man bei ihm in Lechhausen am Markt für ein Kilogramm. „Das ist allerdings beste Qualität“, wirbt er für das Produkt. 

    Die Hofmetzgerei aus Eppishofen schwärmt von Kundschaft

    Die Hofmetzgerei Bogenrieder aus Eppishofen bei Altenmünster ist ebenfalls seit den Anfangszeiten des Marktes vor Ort. Auch Marlies Bogenrieder und ihre Schwiegertochter Stefanie bauen ihren Stand auf. Für Marlies Bogenrieder war es am Anfang in den 1990er Jahren nicht einfach. „Es hat schon ein halbes Jahr gedauert, bis uns die Leute angenommen haben“, gibt Bogenrieder zu. Sie lacht: „Am ersten Tag kam ein Mann zu mir und hat gesagt: Mädle du weißt doch nicht einmal was ein Schnitzel ist. Der Herr kauft heute noch bei mir.“

    Von ihren Anfangsschwierigkeiten ist nichts mehr geblieben: „Die Lechhauser sind einfach nette Leute.“ Wochenmärkte gehören für Bogenrieder zur Pflichtaufgabe. Neben dem Bauernmarkt verkauft sie ihre Fleisch- und Wurstwaren auch in Meitingen oder am Sonntag in Neusäß. „Mein Mann ist derweil in Bobingen oder am Sonntag in Königsbrunn“, erzählt sie. 

    Der 56-jährige Günther Sommerauer gehört wie viele andere zur Stammkundschaft. Er hat seine Einkäufe bereits am Stand von Stefan Mägele erledigt. „Ich kaufe hier wegen der guten Qualität und weil ich den Bauern vertraue“, sagt er. Da er in Lechhausen wohnt, ist dieser Wochenmarkt für ihn praktisch: „Das bietet sich für mich an. In den Augsburger Stadtmarkt komme ich aufgrund Zeitmangels kaum hin. Billiger ist es hier auch nicht, aber Qualität hat nun mal ihren Preis.“ 

    Händler: „Wir bieten Gemüse aus eigenem Anbau“

    Stand-Betreiber Mägele, in Affing-Gebenhofen zwei Hektar Freilandfläche bewirtschaftet, hat zur Unterstützung seine beiden Verkäuferinnen Madeleine Bachmann und Silvia Friedl dabei. „Wir bieten Gemüse aus eigenem Anbau, Eier von freilaufenden Hühnern, Salate oder im Sommer eine Vielfalt von Tomaten an.“ Jeden Samstag habe er zusätzlich einen Stand auf dem Stadtmarkt und man treffe ihn auch auf dem Wochenmarkt in Haunstetten. Lechhausen schätzt er besonders: „Das sind nicht nur nette Leute, sondern auch treue Kunden. Ich denke, dass die Menschen auch kommen, weil wir faire Preise haben.“ 

    Necla Yilmaz kauft ihre Eier immer auf dem Lechhauser Wochenmarkt.
    Necla Yilmaz kauft ihre Eier immer auf dem Lechhauser Wochenmarkt. Foto: Peter Fastl

    Eine seiner treuen Kundinnen ist Necla Yilmaz, die sich mit zwei kleinen Eierkartons auf den Heimweg macht: „Ich wohne zwar mittlerweile in Donauwörth, aber meine Eier kaufe ich immer noch hier ein.“ Auch für sie ist der Stadtmarkt in der Stadtmitte kein Thema: „Das ist mir zu umständlich, schon allein bis ich in der Stadt einen Parkplatz suche.“  

    Kundin Gertrud Ney schätzt die Atmosphäre am Lechhauser Wochenmarkt.
    Kundin Gertrud Ney schätzt die Atmosphäre am Lechhauser Wochenmarkt. Foto: Peter Fastl

    Gertrud Ney muss noch Käse bei der Schönegger Käsealm kaufen, dann hat sie alles was sie braucht. „Einmal gehe ich hierher und einmal mein Mann. Wir wechseln uns ab“, verrät sie. Sie kommt aus dem benachbarten Stadtteil Firnhaberau. „Wenn ich im Supermarkt kaufe, das verursacht nur eine Menge Müll“, so Ney. Erstens wolle man gesund leben und zweitens möchte sie die Händler aus der Region unterstützen. Auch sie schätzt den Lechhauser Markt aufgrund seiner Nähe: „Der Stadtmarkt ist mir einfach zu weit.“   

    Lechhausen ist nicht der einzige Stadtteil in Augsburg mit einem Wochenmarkt. An den anderen Standorten wird ebenfalls die persönliche Nähe von Händlern und Kundschaft geschätzt.         

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