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Weitere Erdgastankstelle in Augsburg schließt: Das CNG-Netz wird weiter ausgedünnt

Augsburg

„Hat sich nicht als Alternative durchgesetzt“: Weitere Erdgastankstelle in Augsburg verschwindet

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    An der Aral-Tankstelle im Kobelweg wird es ab Juli keine CNG-Zapfsäule mehr geben.
    An der Aral-Tankstelle im Kobelweg wird es ab Juli keine CNG-Zapfsäule mehr geben. Foto: Marcus Merk

    Für Autos mit Erdgasantrieb wird es im Augsburger Stadtgebiet bald eine Tankstelle weniger geben: Der Betrieb der CNG-Anlage an der Aral-Tankstelle im Kobelweg wird zum 30. Juni eingestellt. Das bestätigt Jürgen Fergg von den Stadtwerken auf Nachfrage der Redaktion. CNG steht für „Compressed Natural Gas“, ist also unter hohem Druck verdichtetes Erdgas, das für darauf ausgelegte Motoren als Kraftstoff dient. Eine Zeit lang wurde CNG als umweltfreundliche Alternative zu fossilen Kraftstoffen wie Diesel und Benzin angepriesen, da es bei der Verbrennung weniger Kohlenstoffdioxid ausstößt. Seit Elektromobilität boomt, ist das Interesse an der Technologie aber zurückgegangen – vonseiten der Anbieter und der Verbraucher.

    Zahl der CNG-Neuzulassungen sinkt in Augsburg deutlich

    Seit den 1990er Jahren seien die Stadt Augsburg und die Stadtwerke beim Ausbau von CNG-Antrieb ganz vorn mit dabei gewesen, erzählt Fergg – sowohl im Bereich der Busse und Nutzfahrzeuge als auch beim Angebot an private Fahrzeughalter. Man sei bundesweiter Vorreiter und Pilotstadt gewesen, aber „CNG hat sich nicht als Alternative durchgesetzt, sondern immer ein Nischendasein geführt“, attestiert er.

    Die Zahl der Erdgastankstellen ist deutschlandweit rückläufig. Die Entwicklung in Augsburg folge diesem Trend, sagt Fergg. Dass die CNG-Zapfsäule im Kobelweg stillgelegt wird, hänge mit den Modernisierungsmaßnahmen zusammen, die erforderlich gewesen wären, um sie langfristig weiterbetreiben zu können. Die CNG-Infrastruktur hätte technisch neu aufgebaut werden müssen, erläutert Fergg, was zu teuer gewesen wäre. Denn der Mobilitätsmarkt verändere sich seit mehreren Jahren „eklatant“.

    An der Aral-Tankstelle im Kobelweg betreiben die Stadtwerke eine CNG-Anlage. Diese zu modernisieren, liegt laut Jürgen Fergg nicht in der Verantwortung des Tankstellenbetreibers, sondern der SWA.
    An der Aral-Tankstelle im Kobelweg betreiben die Stadtwerke eine CNG-Anlage. Diese zu modernisieren, liegt laut Jürgen Fergg nicht in der Verantwortung des Tankstellenbetreibers, sondern der SWA. Foto: Marcus Merk

    Weil Elektromobilität in den vergangenen Jahren politisch gefördert und ausgebaut wird, geht die Nachfrage nach CNG-betriebenen Fahrzeugen sehr stark zurück. Wie aus der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht, waren am 1. Januar 2026 noch insgesamt 536 Fahrzeuge mit Erdgasantrieb in Augsburg angemeldet. Die Zahl der Neuzulassungen ist dabei deutlich gesunken. 2020 wurden in Augsburg 185 Autos mit CNG-Antrieb neu zugelassen. 2022 waren es 73, 2024 nur noch zehn. Gleichzeitig schrumpft auch das Angebot vonseiten der Hersteller, die immer weniger gasbetriebene Fahrzeuge anbieten. Das betreffe laut Jürgen Fergg auch Busse, weshalb die Stadtwerke ihre Busflotte derzeit von Erdgas- auf batterieelektrischen Antrieb umstellen.

    Stadtwerke empfehlen, auf E-Autos umzusteigen

    Auch wenn es derzeit keine konkreten Pläne gebe, werde man mittelfristig auch weitere Erdgastankstellen stilllegen, erklärt Fergg. Wer ein Auto mit Erdgasantrieb fährt, muss sich also darauf einstellen, dass der Weg zur nächstgelegenen Tankstelle weiter wird. Fällt die CNG-Zapfsäule im Kobelweg weg, verbleiben im Augsburger Stadtgebiet noch zwei weitere, die ebenfalls von den Stadtwerken betrieben werden: Eine an der Aral-Tankstelle in der Edisonstraße und eine an der Betriebshoftankstelle in der Lechhauser Straße. Um letztere nutzen zu können, benötigt man eine hausinterne Tankkarte.

    Einen gesetzlichen Versorgungsauftrag für Erdgas haben die Stadtwerke nicht, sagt Fergg, versichert jedoch, dass die Versorgung bestehender CNG-Kundinnen und -Kunden im Raum Augsburg weiterhin gewährleistet bleibe. „Bei Neubeschaffungen empfehlen wir, auf E-Fahrzeuge umzusteigen, weil das CNG-Tankstellennetz überall und auch in Augsburg mittelfristig immer dünner werden wird“, fügt er hinzu.

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