Jetzt kommt sie wieder, die stade Zeit, in der man(n) sich nach einem Allradauto sehnt. Nun entspricht ein martialisches SUV der 50 000-Euro-Kategorie nicht jedermanns Geschmack - und schon gar nicht jedermanns Geldbeutel. Nein, da muss es auf der Suche nach Winterhärte, Schlechtwege-Tauglichkeit und Robustheit in Kombination mit einem großzügigen Innenraum doch noch etwas anderes geben. Den Skoda Octavia Combi Scout zum Beispiel. Dass er ein echter Naturbursche ist, verrät schon die rundum laufende schwarze Plastikverplankung. Ebenfalls nicht besonders schön, aber zweckmäßig ist der Unterbodenschutz. Im Vergleich zum Standard-Octavia weist der Offroad-Bruder 31 Millimeter mehr Bodenfreiheit auf. Die Böschungswinkel, ein Maßstab für die Steigfähigkeit eines Autos, können sich ebenfalls sehen lassen. So ausgerüstet, schlägt sich der Scout auf schwierigem Terrain bestimmt auch nicht schlechter als so manches Riesen-SUV. Er bleibt dabei sogar die ehrlichere Haut, weil er nicht nach etwas aussieht, was er nicht ist: ein Geländewagen. Denn auch der Skoda mit dem Landhaus-Look wird, machen wir uns nichts vor, zu 99 Prozent auf befestigten Straßen bewegt werden. Selbst die können im bayerischen Winter aber zur Bewährungsprobe werden - sicher kein Problem für den Allradantrieb, dessen Kräfte dank elektronisch geregelter Lamellenkupplung blitzartig richtig verteilt werden. Die serienmäßige Querdifferenzialsperre hilft beim Anfahren auf schwierigem Geläuf, zumal dann, wenn der Octavia als Zugpferd zum Einsatz kommt. Er kann 1,8 Tonnen an den Haken nehmen und nimmt es somit auch in dieser Hinsicht mit der SUV-Liga auf. Gleiches gilt für die Platzverhältnisse. Der Fahrgastraum glänzt mit Bestwerten in seiner Klasse. Lob verdienen daneben das brettebene Gepäckabteil und die Möglichkeit, sogar den Beifahrersitz umzuklappen. So lassen sich Gegenstände mit einer Länge von bis zu 2,92 Metern (!) transportieren.
Skoda Octavia Scout im Test
Und der Preis? Subjektiv nicht gerade niedrig, aber in Anbetracht des gebotenen Paketes auch nicht unverschämt. Ab 30 250 Euro kostet der Skoda Octavia Scout, dann mit einem 150 PS starken Diesel und Sechsgang-Handschaltung. Damit fährt man(n) sicher gut, jedoch fällt der Aufpreis zur Top-Version (Daten siehe Kasten) überraschend moderat aus. Die bietet für mindestens 32 650 Euro nicht nur willkommene 34 PS mehr, sondern wartet mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe auf, das zu den allerbesten am Markt gehört. Es schaltet adaptiv und gut getimt; und endlich einmal hält ein "Sport"-Modus eines Getriebes, was er verspricht. Seine im kalten Zustand etwas raue Gangart sei dem Vierzylinder-Diesel hier verziehen. Irgendwie passt die Robustheit ja auch zum Auto. Das Spannendste zum Schluss. Richtig, es handelt sich um einen Vierzylinder-Dieselmotor aus dem teils vergifteten Konzernregal von Volkswagen. Nach dem Stand der Dinge bei Redaktionsschluss handelt es sich jedoch um keinen Motorentyp, dem Abgasmanipulationen angekreidet werden müssen. Auch auf Volkswagens schwarzer Liste, die Modelle mit möglicherweise fingierten CO2-Werten aufführt, steht der "Scout" nicht explizit. So oder so sind angebliche fünf Liter Normverbrauch in der Praxis utopisch. Unser Proband konsumierte real 7,1 Liter Diesel - für einen Allrader mit 184 PS kein schlechter Wert. Auch das gehört zur Wahrheit.
Datenblatt: Skoda Octavia Scout 4x4 DSG
Hubraum: 1968 ccm
Leistung: 184 PS bei 3500/min
Drehmoment: 380 Nm bei 1750/min
Länge/Breite/Höhe: 4,69/1,81/1,47
Leergewicht/Zuladung: 1559/645 kg
Kofferraum: 610-1440 l
0–100 km/h: 7,8 Sek.
Top-Tempo: 219 km/h
Normverbrauch: 5,0 l Super
CO2-Ausstoß: 129 g/km
Energieeffizienzklasse: B
Preis ab: 32.650 Euro