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Auto: ADAC warnt vor Kindersitzen – jetzt werden sie unter neuem Namen verkauft

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Auto: ADAC warnt vor Kindersitzen – jetzt werden sie unter neuem Namen verkauft

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    Kindersitze sollen schützen, nicht gefährden. Dennoch gibt es Modelle mit „lebensgefährlichen“ Mängeln, warnt die Stiftung Warentest.
    Kindersitze sollen schützen, nicht gefährden. Dennoch gibt es Modelle mit „lebensgefährlichen“ Mängeln, warnt die Stiftung Warentest. Foto: Serhii, stock.dobe.com (Symbolbild)

    Ein Kindersitz ist bei jeder Autofahrt mit Kind unverzichtbar. Er entscheidet im Ernstfall darüber, wie gut ein Kind geschützt ist. Doch den passenden Sitz für Alter, Größe und Gewicht zu finden, ist nicht immer einfach – der Markt ist groß. Orientierung bietet dabei der ADAC, der regelmäßig Kindersitze verschiedener Größen und Kategorien auf Sicherheit, Handhabung und Schadstoffe prüft.

    Im aktuellen Test aus dem Frühjahr 2026 identifizierte der Automobilclub jedoch mehrere Modelle mit erheblichen Sicherheitsmängeln. Einige davon sind dem ADAC zufolge sogenannte „White-Label-Produkte“ – also Modelle, die technisch identisch sind, aber unter unterschiedlichen Namen verkauft werden. Um welche Kindersitze handelt es sich konkret?

    Stiftung Warentest bezeichnet Kindersitze im Auto als „lebensgefährlich“: Vor welchen Modellen wird gewarnt?

    Der ADAC-Kindersitztest sorgt für Aufsehen: Gleich acht Kindersitz-Modelle fallen demnach im Crashtest durch. Dabei wird simuliert, wie gut Babyschalen und Kindersitze ein Kind bei einem Unfall tatsächlich schützen. Genau hier zeigten die betroffenen Modelle laut den Testern massive Schwächen.

    Laut dem ADAC handelt es sich um „gravierende Sicherheitsmängel“, die im Ernstfall zu einer erhöhten Verletzungsgefahr führen können. Stiftung Warentest sieht im Falle eines Unfalls sogar ein „lebensgefährliches“ Risiko für Kinder. Diese Modelle versagten laut Testergebnis des ADAC:

    • Buf Boof Tweety Plus
    • Ding Aiden 360
    • Kidiz 360
    • KidsZone i-Size 360
    • Lettas i-Size 360
    • Miophy i-Size 360
    • Xomax 946i
    • Kinderkraft Mink Pro 2 Base Mink FX2

    Warnung vor White-Label-Kindersitzen: Diese werden unter neuem Namen verkauft

    Mehrere der im ADAC-Test durchgefallenen Kindersitze sind keine neuen Produkte, sondern bekannte Modelle aus einer „nahezu baugleichen“ Reihe, die unter anderem Namen verkauft werden, erklärt der Automobilclub. Ausgangspunkt ist der bereits 2025 im ADAC-Kindersitztest durchgefallene „Reecle 360“: Im Frontalcrashversuch löste sich die Sitzschale aus der Basis und wurde durch das Fahrzeug geschleudert. Genau dieses Problem zeigt sich nun erneut bei sieben weiteren Sitzen – der „Kinderkraft Mink Pro 2“ gehört nicht dazu. Laut der Stiftung Warentest wurde bei einem Modell die Schale aus der Basis gerissen, bei sechs anderen lösten sich der Sitz inklusive der Basis und flogen durchs Auto.

    Hinter den bemängelten Modellen steckt nach Recherchen der Stiftung derselbe Hersteller aus China: Yangzhou Lettas Baby Product. Die Sitze werden als sogenannte White-Label-Produkte vertrieben. White-Label-Produkte werden technisch nahezu identisch produziert, aber von verschiedenen Händlern leicht verändert und unter neuem Namen verkauft. Die Konstruktion bleibt also dieselbe. Eltern können daher kaum erkennen, dass es sich um dasselbe, gefährliche Produkt handelt.

    Auto-Kindersitz kaufen: Worauf sollten Eltern achten?

    Auf gute Bewertungen ist nicht immer Verlass. Denn wie der ADAC erklärt, können Nutzerinnen und Nutzer meist nicht beurteilen, wie sich ein Sitz in einem echten Autounfall verhält. Beim Kauf eines Kindersitzes sollten Eltern zunächst auf die richtige Prüfnorm achten. Laut einer Seite des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit kindergesundheit-info.de gibt es zwei gängige Standards: die neuere ECE 129 (i-Size), die sich an der Körpergröße des Kindes orientiert, sowie die ältere ECE 44/03 oder 44/04, die das Gewicht zugrunde legt. Zusätzlich sollten Eltern Folgendes berücksichtigen:

    • Der Sitz muss zur Größe bzw. zum Gewicht des Kindes passen.
    • Er muss für das eigene Auto geeignet und zugelassen sein.
    • Testergebnisse, etwa von Verbraucherzentralen, sollten berücksichtigt werden, da es trotz Zulassung Qualitäts- und Sicherheitsunterschiede geben kann.
    • Babys und Kleinkinder bis etwa drei Jahre sollten rückwärts gerichtet transportiert werden.
    • Ein Kindersitz auf dem Beifahrersitz sollte nur in Ausnahmefällen verwendet werden und nur, wenn der Airbag deaktiviert ist.
    • Am sichersten ist der Sitz auf der Rückbank, idealerweise hinter dem Beifahrersitz oder in der Mitte.
    • Der Wechsel von der Babyschale zum nächsten Sitz sollte erst erfolgen, wenn der Kopf des Kindes über den Rand hinausragt.
    • Das Kind zum Kauf mitnehmen und Probesitzen lassen.
    • Vor dem Kauf prüfen, ob sich der Sitz im eigenen Auto sicher einbauen lässt.
    • Nach dem Einbau darf der Sitz nicht wackeln oder verrutschen.

    Wer bereits einen der problematischen White-Label-Sitze gekauft hat, sollte ihn dem ADAC zufolge keinesfalls weiterverwenden. Eine Rückgabe oder ein Umtausch können schwierig sein, da die Modelle trotz Sicherheitsmängeln formal die gesetzlichen Anforderungen erfüllen und verkauft werden dürfen. Wurde der Sitz jedoch vor weniger als zwei Jahren gekauft, kann unter Umständen ein Anspruch auf Sachmängelhaftung bestehen – dies muss im Einzelfall geprüft werden.

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