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Test
10.03.2022

Sesam, öffne dich: der Renault Kangoo Rapid im Praxistest

Baumarkt, wir kommen: der Renault Kangoo Rapid mit seiner XXL-Ladeöffnung an der Seite.
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Baumarkt, wir kommen: der Renault Kangoo Rapid mit seiner XXL-Ladeöffnung an der Seite.
Foto: Renault

Ganz schön geladen: In der dritten Generation des Kangoo erfindet Renault die Schiebetüre neu – eine von vielen praktischen Lösungen. Der Test.

Paketzusteller, Handwerker, Händler – für viele ist ein Auto nicht in erster Linie ein Lust-, sondern eher ein Lastobjekt. Diese Zielgruppe legt ganz andere Maßstäbe an ein Fahrzeug an. Eine möglichst hohe Ladekapazität sollte der Kollege auf vier Rädern bieten und eine ebenso hohe Wirtschaftlichkeit.

Wer trotzdem Wert legt auf ein einigermaßen frisches Design und ein Pkw-artiges Wohlfühlambiente im Interieur, der dürfte früher oder später beim Renault Kangoo Rapid landen. In der dritten Generation haben die Franzosen ihren kleinen Lastesel optisch nachgeschärft; ein wenig erinnert der Kompaktlieferwagen in der Frontansicht sogar an ein SUV. In der Sitzposition auch, wobei Fahrer und Beifahrer geradezu fürstliche Platzverhältnisse genießen.

Renault Kangoo Rapid: technische Daten

  • Spezifikation Renault Kangoo Rapid dCi 95 Extra Open Sesame
  • Hubraum 1461 ccm
  • Leistung 70 kW, 95 PS
  • Drehm. 260 Nm ab 1750/min
  • Länge/B./H. 4,49/1,92/1,86 m
  • Radstand 2,27 m
  • Sitzplätze 2
  • Laderaum 3300–3900 Liter
  • Ladelänge 1,81 bis 3,05 Meter
  • Laderaumbreite 1,25 bis 1,57 m
  • Leergewicht/Zul. 1522/505 kg
  • Anhängelast gebr. 1500 kg
  • 0–100 km/h 13,6 s
  • Spitze 164 km/h
  • Normverbrauch 4,8 l Diesel
  • CO2-Ausstoß 125 g/km
  • Preis ab 25.407 Euro

Preis, Extras und Ausstattung des Renault Kangoo Rapid

An den Sitzen hat Renault nicht gespart; sie sind absolut langstreckentauglich und dem Fahrer steht sogar eine verstellbare Lendenstütze zur Verfügung, für die der Hersteller allerdings 166 Euro extra verlangt. Auch ansonsten müssen die Insassen kaum auf Pkw-Komfort verzichten. Für 1428 Euro Aufpreis gibt es ein Paket mit 8-Zoll-Berührbildschirm und Klimaautomatik, für 476 Euro ein Zugangssystem, das den Wagen automatisch zu- oder aufschließt – praktisch insbesondere dann, wenn man die Hände voll mit Transportgut hat.

Wer noch mal 1773 Euro investiert, erhält ein Assistenzpaket auf der Höhe der Zeit; unter anderem mit Tempomat und Spurhalter. Fehlen nur noch der digitale Rückspiegel und die Rückfahrkamera (940 Euro), und der Lieferwagen lässt sich fast so einfach handeln wie ein VW Golf. Preis all dieser Annehmlichkeiten: Die Anschaffung des Kangoo Rapid kann ins Geld gehen. Unser „voller“ Testwagen mit 95-PS-Diesel hätte mit 33.600 Euro zu Buche geschlagen. Da werden nicht nur Kleinunternehmer scharf rechnen.

So funktioniert das System "Extra Open Sesame by Renault"

Erfreulich, dass mit der Linie „Extra Open Sesame by Renault“ die wichtigsten Features ab Werk an Bord sind. Hier ist vor allem die extrabreite seitliche Ladeöffnung zu nennen. Werden die Schiebetür an der Beifahrerseite und die Beifahrertür geöffnet (das geht im großen 90-Grad-Winkel), entsteht eine Lücke von nahezu unglaublichen 1,45 Metern Länge, durch die man sperrige Gegenstände wie Möbelstücke oder Fahrräder kinderleicht schieben kann, ohne die Hecktüren öffnen zu müssen. Möglich wird dieser Sesam-öffne-dich-Zugang dadurch, dass Renault die B-Säule in die Türen integriert hat; in der Wahrnehmung des Nutzers ist sie einfach verschwunden.

Eine zweite Hilfestellung steigert die Ladekapazität abermals: Der Beifahrersitz lässt sich komplett vorklappen, sodass die Ladelänge von 1,81 Metern (was standardmäßig eher knapp bemessen ist) auf 3,05 Meter anwächst. Der Fahrer schützt sich durch ein schwenkbares Gitter, das dann zwischen Fahrer- und Beifahrersitz beziehungsweise Ladung arretiert wird. Im Maximalfall ergeben sich so 3,9 Kubikmeter Laderaumvolumen. Einziger limitierender Faktor könnte die Zuladung sein, die in der Basis nur 505 Kilogramm beträgt, sich aber auf 708 Kilogramm aufrüsten lässt.

Dritte im Bunde der cleveren Ladelösungen ist eine „richtige“ ausziehbare Schublade anstelle eines klassischen Handschuhfachs. Sie fasst 7,1 Liter. In die serienmäßige Ablagegalerie über den Köpfen passen 19,4 Liter. Insgesamt nimmt der Kangoo in seinen diversen Fächern 44 Liter an Werkzeugen, Dokumenten und Krimskrams auf. Hauptsache praktisch, lautet die Devise. Gut so. In Autos wie diesen wird gearbeitet, nicht geträumt.


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