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Test
20.03.2022

Test: Wie der Mazda3 die Ehre des Benziners rettet

Ein schöner Rücken: Als Limousine („Fastback“) wirkt der Mazda3 besonders elegant.
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Ein schöner Rücken: Als Limousine („Fastback“) wirkt der Mazda3 besonders elegant.
Foto: Mazda

Der Mazda3 macht den Elektro-Hype nicht mit. Stattdessen setzt er auf einen Ottomotor, der Anleihen beim Diesel nimmt. Der test.

Nicht jeder kann sich angesichts hoher Spritpreise in die Elektromobilität flüchten. Gerade Menschen ohne eigene Lademöglichkeit sind oft genug auf die Verbrenner angewiesen. Auf der anderen Seite gibt es nach wie vor Hersteller, die den Elektro-Hype ebenfalls nicht mitgehen wollen, jedenfalls nicht um jeden Preis.

Dazu gehört Mazda. Die Japaner waren schon immer gut darin, ihr eigenes Ding zu machen. Sie verwehren sich dem Turbolader- und Schrumpfmotorenkult und setzen unbeirrt auf relativ hubraumstarke Sauger. Und das mit Erfolg. Die Auto Bild kürte den Mazda3 in einem Vergleichstest zwischen Benzinern, Dieseln und Hybriden Ende 2021 zum heimlichen „König der Knauser“. Das war freilich lange vor der aktuellen verrückten Spripreis-Rallye.

Das Topmodell des Mazda3 hat 186 PS

Berücksichtigt man nämlich die Anschaffungs- und Betriebskosten des Autos über einen Zeitraum von vier Jahren (wie in dem Wettstreit geschehen, damals zu zivilen Benzinpreisen) kann der Mazda3 durchaus mit voll- oder teilelektrischen Konkurrenten mithalten. Ohne die Umweltprämie stünden die sogar verloren da. Konkret punktet der Mazda3 Fastback e-Skyactiv X 2.0 M Hybrid mit einem Einstiegspreis von 27.590 Euro. Hier sprechen wir bereits vom Topmodell der Baureihe, in dem das mit 186 PS stärkste Triebwerk arbeitet.

Der „Hybrid“ ist ein milder und eigentlich als solcher nicht wahrzunehmen. Gut so, denn der Mazda3 transferiert das gute alte Saugmotor-Fahrgefühl in die Zukunft. Er bestätigt das Mantra Nummer Eins der Benzin-im-Blut-Fraktion, wonach Hubraum durch nichts zu ersetzen ist. Zwei Liter – und genau so viel hat der Motor im Mazda 3 - sind ja heute schon eine Macht. Wo die Turbomotoren erst durch ein Loch müssen, ist das Skyactiv-Aggregat vom Stand weg da.

Ottomotor mit Diesel-Technologie im Mazda3

Es folgt eine druckvolle, lineare Kraftentfaltung über das gesamte Drehzahlband hinweg. Nicht nur gefühlt, auch technisch ist der Motor ein Sahnestückchen. Mazda bezeichnet ihn als den weltweit ersten und einzigen Benziner mit Kompressionszündung. Diese ist eigentlich nur aus der Diesel-Welt bekannt. Hierbei wird das Gemisch in der Brennkammer so stark verdichtet, dass es sich selbst entzündet. Das sorgt für die niedrigen Spritverbräuche, die Diesel-Fahrer schätzen.

So viel verbraucht der Mazda3 in der Praxis

Dass dieser Wirtschaftlichkeit-Trumpf auch in einem Benziner stechen kann, beweist der Mazda3 eindrucksvoll. Schon der Normverbrauch von nur 4,5 Litern lässt aufhorchen, aber da ist man ja so einiges an Märchenhaftem gewöhnt. Dass der Mazda sein Versprechen in der Praxis fast voll einhält, verblüfft umso mehr. 5,2 Liter und keinen Tropfen mehr schluckte unser 3er im Test bei moderater Fahrweise, selbst bei ambitionierter Gangart stand immer noch eine Sechs vor dem Komma.

Mazda3 2022: technische Daten

  • Spezifikation Mazda3 Fastback e-Skyactiv-X
  • Hubraum 1998 ccm
  • Leistung 137 kW, 186 PS
  • Drehm. 240 Nm ab 3000/min
  • Länge/B./H. 4,66/1,80/1,44
  • Leergewicht/Zul. 1395/543 kg
  • Anhängelast gebr. 1300 kg
  • Kofferraum 450 - 1138 l
  • 0 – 100 km/h 8,1 s
  • Spitze 216 km/h
  • Normverbrauch 4,5 l Super
  • CO2-Ausstoß 101 g/km
  • Energieeffizienzklasse A+
  • Preis ab 27.590 Euro

Sportlich kann das japanische Leichtgewicht (unter 1400 Kilogramm) nämlich auch. Das liegt neben der erwähnten geschmeidigen Kraftentfaltung vor allem an der legendären Mazda-Handschaltung. Wer die – Mantra Nummer zwei – einmal in den Händen hatte, will nichts anderes mehr. Der kleine Hebel knackt so präzise durch die Kulisse, dass man unweigerlich öfter schaltet, als man müsste. Die gleiche Direktheit vermittelt das Fahrwerk, das empfindlichen Hinterteilen sogar zu straff abgestimmt sein könnte.

Das überaus nüchterne Cockpit lädt dazu ein, sich auf das Fahren zu konzentrieren und auf nichts anderes. Die „Weniger-ist-mehr“-Philosophie prägt auch das Außendesign, das vor allem der „Fastback“-Variante eine schlichte Eleganz verleiht. Es gibt eben – Mantra Nummer Drei der vermeintlich Ewiggestrigen – nichts Schöneres als eine coupéhafte Silhouette.

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