Für viele platzt gerade der Traum vom eigenen Haus. Doch woher kommt die Faszination eigentlich?
JAN ENGELKE: Aus architekturhistorischer Sicht gibt es widersprüchliche Wurzeln. Da ist einerseits das Bild der antiken Villa – von ihr leitet sich das Ideal vom Haus im Grünen ab, abseits der Stadt. Es ist die Vorstellung eines wohlhabenden und ungezwungenen Lebens dort, das räumlich getrennt ist von der Lohnarbeit. Andererseits gab es in der Gartenstadt – und der Siedler*innen-Bewegung ab Ende des 19. Jahrhunderts schlichte Häuser für Arbeiter*innen mit Selbstversorger-Gärten am Stadtrand, die in kollektiven Eigentumsstrukturen bessere Lebensverhältnisse schaffen sollten.
Interview