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Wohnen: Baupreise steigen um 15 Prozent – zusätzlich fallen hohe Zinsen an

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Baupreise steigen um 15 Prozent – zusätzlich fallen hohe Zinsen an

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    Ein Eigenheim wird immer teurer. Gleichzeitig wird die Finanzierung schwieriger.
    Ein Eigenheim wird immer teurer. Gleichzeitig wird die Finanzierung schwieriger. Foto: Hauke-Christian Dittrich, dpa (Archivbild)

    Wer im Februar dieses Jahres ein neues Wohnhaus baute, musste dafür durchschnittlich 15,1 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Allerdings waren die Baupreise weniger schnell gestiegen als Ende vergangenen Jahres: Im November hatte der Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr noch bei 16,9 Prozent gelegen.

    Die möglichen Gründe für die steigenden Baupreise sind vielfältig: Der bis vor kurzem niedrige Zins war attraktiv für Schuldner und ließ die Nachfrage nach Immobilien steigen – dieser Effekt hat aber durch die steigenden Zinsen abgenommen. Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine stiegen die Energiepreise deutlich, außerdem gab es bei einigen Baumaterialien Lieferengpässe. Zudem bereitet der Mangel an Arbeitskräften der Baubranche Probleme.

    Die Baukosten steigen besonders wegen des Ausbaus, nicht des Rohbaus

    Dabei unterscheiden sich die Preissteigerungen je nach Leistung. Was den Rohbau angeht, stiegen die Kosten im Jahresvergleich insgesamt um 13,7 %. Den größten Teil davon machen Beton und Maurerarbeiten aus. Betonarbeiten verteuerten sich um 15,2 Prozent, Mauerarbeiten um 12,7 Prozent. Für Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten erhöhten sich die Preise sogar um 17,1 Prozent, für Erdarbeiten um 14,9 Prozent. 

    Doch noch teurer wurde für Arbeiten, die nötig waren, wenn der Rohbau erst einmal stand. Insgesamt wurden Ausbauarbeiten 16,0 Prozent nach Angaben der Behörde teurer. Darunter betrug die Steigerung für Tischlerarbeiten 17,3 Prozent, für Heizanlagen und zentralen Wassererwärmungsanlagen um 18,2 Prozent, für Nieder- und Mittelspannungsanlagen um 15,1 Prozent und für Wärmedämm-Verbundsysteme um 16,5 Prozent. 

    Ähnlich verhielt es sich für Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer, wenn sie ihre Wohnung instand hielten. Die Preise für solche Leistungen stiegen um 15,2 Prozent, wobei das Statistische Bundesamt Schönheitsreparaturen nicht berücksichtigt.

    Steigende Zinsen belasten Bauherrinnen und Bauherren zusätzlich

    Der Anstieg der Baupreise hält seit vielen Jahren kontinuierlich an – so deutlich wie im vergangenen Jahr war er aber noch nie in den vergangenen 22 Jahren, wie die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Im Jahr 2015 lag der Baupreisindex beim Wert 100, vergangenen Jahr bei 136,4. Anders ausgedrückt: Kostete ein Hausbau im Jahr 2015 500.000 Euro, so hätte man für dasselbe Bauprojekt im Jahr 2022 682.000 Euro gezahlt.

    Doch damit nicht genug: Zusätzlich belasten zunehmend unattraktive Zinsen Bauherrinnen und Bauherren. Ende 2015 lag der durchschnittliche Zinssatz für Baukredite an Haushalte in Deutschland mit einer Zinsbindung zwischen fünf und zehn Jahren bei 1,83 Prozent. Das geht aus Daten der Europäischen Zentralbank hervor. Den Tiefstand erreichte dieser Wert im Dezember 2020 mit durchschnittlich 1,02 Prozent Zinsen. Im Februar 2023 lag der durchschnittliche Zinssatz für ein solches Darlehen bei 3,6 Prozent.

    Bauherrinnen und Bauherren zahlen also aktuell nicht nur höhere Preise. Nehmen sie dafür ein Darlehen auf, werden zusätzlich auch noch deutlich höhere Zinsen fällig.

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