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70. Geburtstag
09.01.2015

Christine Kaufmann: Zwischen Rosen-Resli, Hollywood und Kosmetik

Diese Augen: Der Blick des Kindes Christine Kaufmann rührte Millionen von Kinogängern zu Tränen. So richtig glücklich sah sie auf dem Bild mit ihrem damaligen Ehemann Tony Curtis schon nicht mehr aus. Da half auch der Courrèges-Look der Sixties nicht. Rechts außen die auch heute immer noch schöne Schauspielerin. Den Christine-Blick hat sie behalten.
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Diese Augen: Der Blick des Kindes Christine Kaufmann rührte Millionen von Kinogängern zu Tränen. So richtig glücklich sah sie auf dem Bild mit ihrem damaligen Ehemann Tony Curtis schon nicht mehr aus. Da half auch der Courrèges-Look der Sixties nicht. Rechts außen die auch heute immer noch schöne Schauspielerin. Den Christine-Blick hat sie behalten.

Christine Kaufmann ist der Beweis dafür, dass ein ehemaliger Kinderstar auch ohne die ganz große Karriere in sich ruhen kann.

Was waren das für Schlagzeilen im Jahr 1963: Tony Curtis hat unsere Christine Kaufmann geheiratet! Man wusste nicht wohin mit seinen Gefühlen. Sind wir jetzt stolz auf die junge Frau, die sich einen Mann ausgesucht hat, der vor den Kameras schon mit Marilyn Monroe in den Clinch gegangen war, weil manche es eben heiß mögen?

Oder sollten wir die 18-Jährige bedauern, weil sie im Haifischbecken Traumfabrik zurechtkommen musste? Dabei hatte die in München aufgewachsene Jung-Schauspielerin bereits mit 16 Jahren in Hollywood in „Stadt ohne Mitleid“ einen Golden Globe abgeräumt. In einer Rolle, die weit weg war von der Spaßromantik ihrer deutschen Filme. Christine Kaufmann, das „Rosen-Resli“, spielte ein Kleinstadt-Girl, das vergewaltigt wird.

Das Mädchen war faszinierend. Ein Blick, der einen nicht loslässt: erst Kind, dann sexy Teenager, junge Frau, Mutter. Der Blick blieb.

Christine Kaufmann wird 70

Am Sonntag wird Christine Kaufmann 70, was man ihr nicht ansieht. Der Satz stammt nicht aus einer Werbebroschüre, es genügen die Großaufnahmen der Frau, die von ihrer feinen Gesichtshaut profitiert. Kein Wunder, dass sie deshalb Kosmetik-Produkte verkauft. „Skalpell und Botox kamen für mich nie infrage“, sagte Kaufmann dem österreichischen Kurier. „Schrecklich, manche Frauen nur mehr an ihrer Stimme zu erkennen“, sagt die Schauspielerin.

Zuletzt stand sie auf der Bühne des Linzer Landestheaters. Dort ist sie in Noel Cowards „Funkelnde Geister“ zu Gast. Durchaus engagiert. „Ich schmeiße mich sogar auf die Knie, obwohl sie mir wehtun“, sagt die Jubilarin, deren feiner Humor oft unterschätzt wird. Jetzt ist sie die komische Alte. Man glaubt es kaum. Von klein auf stand die in Gröbming in der Steiermark geborene Tochter eines ehemaligen deutschen Offiziers und einer französischen Maskenbildnerin im Rampenlicht. Die 50er Jahre mit ihrem unbedingten und erfolgreichen Willen zum Wiederaufbau und zu Kindern, denen es einmal besser gehen sollte, konnten ohne süße Mädchen und Buben einfach nicht auskommen.

Erste Schritte ins Showleben macht Christinchen – gemanagt von ihrer ehrgeizigen Mutter – mit sieben Jahren im Ballett des Münchner Gärtnerplatz-Theaters. Nach einem Filmdebüt in dem Zirkusfilm „Salto mortale“ spielt sie sich als Neunjährige in dem Streifen „Rosen-Resli“ in die Herzen der Kino-Besucher. Warum die kleine Christine besonders eindrucksvoll an der Seite des Wirtschaftswunder-Komikers Heinz Erhardt rüberkam, bedarf noch einer genaueren medienwissenschaftlichen Analyse.

Möglicherweise hatten für das Kinopublikum liebenswürdige Onkel den Vater zu ersetzen, der nach dem Zweiten Weltkrieg vermisst wurde. In „Der letzte Fußgänger“ (1960) spielt der Backfisch Kaufmann einen aus dem Internat ausgerissenen Teenager, der mit Onkel Erhardt durch den Schwarzwald marschiert und zwischendurch mit dem Dicken sogar einen hinreißenden Charleston aufs Parkett legt.

Dass die Branche Kinder und Heranwachsende auch verschleißt, ist nicht erst seit den „Sissi“-Filmen bekannt. Romy Schneider etwa kam mit dem Nostalgie-Ballast im späteren Leben nicht zurecht. Nicht ganz so schlimm war es bei Christine Kaufmann. Wobei die Rolle als Kinderstar sich durchaus als problematisch erwies. „Einerseits wurde ich gefeiert, andererseits kritisiert: Wieso hast du heute Augenringe? Ich war sehr isoliert. Und die Verantwortung, als Neunjährige eine Familie erhalten zu müssen, war fast zu viel für ein Kind“, so die Schauspielerin gegenüber Woman.

Ehe mit Tony Curts gescheitert

Die Ehe mit Tony Curtis war 1968 gescheitert. Es folgte ein unwürdiges Gezerre um die beiden Töchter Alexandra und Allegra. Heute pflegt die 70-Jährige ihr Familienleben mit den Töchtern, vier Enkeln und einem Urenkel. Ihre Heimat sieht sie in den schönen Landschaften Österreichs und Bayerns, wie sie sagt.

Wir denken dankbar an die schweigsame Olga aus der TV-Serie „Monaco Franze“. An die hochgesteckte Frisur, die gespielte Naivität und die an einer Kette hängende Brille. Ja, Olga, sag mal was zu Christines Geburtstag!

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