Newsticker
Gesundheitsminister wollen Besuchseinschränkungen in Senioren- und Pflegeheimen lockern
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. ADAC muss Steuern nachzahlen

26.01.2019

ADAC muss Steuern nachzahlen

Regionalklubs gehen auf die Barrikaden

Wegen einer hohen Steuernachzahlung gibt es Streit im ADAC. Rund 100 Millionen Euro musste Deutschlands größter Verkehrsklub für die Jahre 2016 bis 2018 nachträglich abführen, weil manche seiner Dienste, die er für Mitglieder erbringt, inzwischen als Versicherungsleistung eingestuft werden. Sie sind deshalb steuerpflichtig. Ein Sprecher nannte die Größenordnung der Nachzahlung korrekt, wollte den konkreten Betrag aber nicht bestätigen. Die Summe wurde dem Sprecher zufolge inzwischen beglichen. Schon 2017 musste eine ähnlich hohe Nachzahlung aus denselben Gründen an das Bundeszentralamt für Steuern überwiesen werden. Doch nun gibt es Streit darüber, wer die Kosten trägt.

Die ADAC-Zentrale in München will, dass sich daran auch die eigenständigen Regionalklubs beteiligen, von denen es bundesweit 18 gibt. Sie erbringen vor Ort die Leistungen für ADAC-Mitglieder – etwa den Pannen- und Unfalldienst. Also genau diesen Service, für den der ADAC inzwischen die Versicherungssteuer aufbringen muss. Daher ist eine Beteiligung der Klubs aus Sicht der Zentrale nur logisch. Dem Sprecher zufolge sei das im Verwaltungsrat – dem gemeinsamen Gremium der Klubs und des Präsidiums – mit großer Mehrheit auch entschieden worden. Doch manche der regionalen Vereine wehren sich nun offenbar gegen die Entscheidung.

Besonders der größte Regionalklub, Nordrhein, mit Sitz in Köln soll Stimmung machen. Er und vier weitere Klubs haben demnach eine Klage vorbereitet und drohen damit, diese schon im Februar bei Gericht einzureichen. Der Regionalklub Nordrhein bestätigte das am Freitag auf Anfrage. „Es geht um die juristische Sachfrage, ob es eine Rechtsgrundlage gibt, auf der wir als Regionalklub einen Anteil an der Versicherungssteuer zu zahlen haben oder nicht“, teilte ein Sprecher mit. „Hier wollen wir für alle Beteiligten mit einer neutralen Klärung einfach Rechtssicherheit schaffen.“

Weitere Klubs, die sich nicht an dem Widerstand gegen die Kostenaufteilung beteiligen, wollten die Vorgänge nicht kommentieren. Man beteilige sich an den geforderten Nachzahlungen entsprechend dem Beschluss des Verwaltungsrats, hieß es dort. Eine Klage liege bislang nicht vor, sagte der Sprecher der Zentrale. Der ADAC kalkuliert künftig mit einer jährlichen Steuerbelastung in diesem Zusammenhang von 30 bis 35 Millionen Euro. Im ADAC sind derzeit nach eigenen Angaben rund 20,7 Millionen Mitglieder organisiert. (dpa)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren