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Bad Tölz
25.11.2014

Das Alpamare in Bad Tölz soll abgerissen werden

Mehr als 40 Jahre war das Alpamare der Inbegriff des Spaßbades. Nun soll es geschlossen und abgerissen werden.
Foto: Alpamare

Nach 44 Jahren schließt das beliebte Spaßbad in Bad Tölz. Stadt und Betreiber schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Auf dem Gelände soll nun etwas ganz Neues entstehen.

Für Generationen von Kindern ist das Alpamare in Bad Tölz das Mekka der Spaßbäder und Markenzeichen der Stadt zwischen Starnberger und Tegernsee. Doch jetzt sind seine Tage gezählt: Nach 44 Jahren soll das Alpamare geschlossen und samt dazugehörigem Hotel abgerissen werden.

So richtig rund läuft es für das Bad schon länger nicht mehr. Rutschen, Wellenbecken und Indoor-Surfen lockten zuletzt nur noch rund 200.000 Besucher im Jahr an. Weit weniger als noch in den 1990er Jahren, als noch gut doppelt so viele Badegäste kamen. In seiner heutigen Form könne das Bad nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten, sagt Anton Hoefter, Chef des Alpamare-Betreibers Jodquellen AG. „Das Bad konnte sich bis 2005 gut entwickeln. Doch für den nächsten Schritt fehlt uns der Platz“, sagt er.

Der Wettbewerb wird durch kommunal unterstützte Bäder „verzerrt“

Zudem werde der Wettbewerb in der deutschen Bäderlandschaft durch kommunal unterstützte Bäder „verzerrt“. So erhalte etwa die Therme in Bad Wörishofen einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 500.000 Euro. Private Bäder wie das Alpamare könnten sich nur durch „Größe oder neue Attraktionen“ behaupten. Der Standort Bad Tölz und die Lage des Bades in der Stadt erlaubten jedoch kein weiteres Wachstum.

Der Tölzer Bürgermeister Josef Janker bedauert, dass das Alpamare schließt. „Für uns ist das schon ein großes Problem“, sagt er. Die Stadt verliere dadurch eine deutschlandweit bekannte Marke und einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Der Verlust des Bades werde einen spürbaren Rückgang im Tourismus mit sich bringen, prophezeit Janker, doch er bedeute nicht den „Untergang“ für Bad Tölz. „Wenn der Eigentümer aus betriebswirtschaftlichen Gründen schließt, muss man das akzeptieren.“ Die Stadt habe angeboten, das Alpamare mit dem dazugehörigen Areal zu kaufen, sagt Janker. „Wir hätten es saniert. Doch der Besitzer hatte eine andere Preisvorstellung als unser Gutachter.“ Hoefter zufolge bot die Stadt jedoch einen Quadratmeterpreis, der deutlich unter dem üblichen Niveau in Bad Tölz lag. Das bestehende Bad hätte sie als kostenlose Dreingabe haben wollen. „Ein wesentlicher Teil des Stadtrats“ sei mit dem heutigen Standort des Alpamare ohnehin nicht glücklich gewesen und bevorzugte deshalb einen eigenen Neubau auf der grünen Wiese, erklärt Hoefter seine Sicht der Dinge.

Stadt habe das Alpamare nicht als Imageträger genutzt

„Die Stadt plant eine Spa-Wellnessanlage“, bestätigt Bürgermeister Janker. Diese sei nicht mit dem Alpamare zu vergleichen und sei folglich auch keine Konkurrenz für das Bad. Janker ist überzeugt: „Das hat dem Alpamare nicht den Garaus gemacht.“

Hoefter ist da anderer Meinung. „Die Stadt hat sich entschlossen, nicht mehr mit dem Alpamare zusammenzuarbeiten.“ Er sehe „keinen Sinn“ darin, in einer Stadt wie Bad Tölz zwei Bäder zu betreiben. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei nie unproblematisch gewesen. Den Imageträger „Alpamare“ habe die Stadt in der Vergangenheit nicht wirklich genutzt. „Als ich hier angefangen habe, wurde im Ortsprospekt das Alpamare erstmals auf Seite 70 erwähnt, auf der Homepage der Stadt hat man uns nur im alphabetischen Register gefunden“, beschwert sich Hoefter.

Traurig sei er nicht über das Ende des Alpamare. Er sehe eher die Chance, nun „etwas Neues zu gestalten“. Er will auf dem Areal des Alpamare einen „Gesundheitspark Jodquellenhof“ errichten. Dort sollen ein breites Spektrum an Gesundheitsleistungen angeboten werden und Wohnhäuser entstehen. Für die Stadt sei das eine touristische Bereicherung. Wann das Alpamare endgültig seine Pforten schließt, steht noch nicht fest. Mit dem Betriebsrat werde zurzeit über den Zeitpunkt und die Umstände der Schließung verhandelt. Hoefter verspricht: „Wir haben noch bis mindestens August 2015 geöffnet.“

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