Newsticker
Virologe Christian Drosten dämpft Hoffnungen auf Ende der Pandemie im Frühjahr
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Bayern: Kritik und Spott für Söders Raumfahrt-Konzept "Bavaria One"

Bayern
03.10.2018

Kritik und Spott für Söders Raumfahrt-Konzept "Bavaria One"

Ministerpräsident Markus Söder stellt zu Gast im Kolpinghaus in Neuburg.
Foto: Manfred Rinke

700 Millionen Euro investiert Bayern ins neue Raumfahrt-Konzept "Bavaria One". Ministerpräsident Söder schwört auf den praktischen Nutzen - und erntet Kritik und Spott.

Mit einem mehr als 700 Millionen Euro schweren Förderprogramm will die Staatsregierung Bayern zum Luft- und Raumfahrtstandort Nummer eins in Deutschland machen. Das Kabinett beschloss am Dienstag in München die auf zehn Jahre angelegte Strategie mit dem Titel "Bavaria One".

"Es ist eine Konzeption, die darauf aus ist, dass wir durch Beobachtung aus dem Weltall Lösungen für bayerische und auch ganz praktische Probleme entwickeln können", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "Bavaria One" sei kein Hirngespinst, sondern ein strategisches Technologiekonzept, das wirtschaftliche Anbindung und wissenschaftlichen Nutzen bringt.

Wie die Nürnberger Zeitung berichtet, soll Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer als "Raumfahrtkoordinator" das Projekt vorantreiben.

"Bavarian Größenwahn" statt "Bavaria One"

SPD und Freie Wähler (FW) kritisierten das Projekt: Es müsse den Namen "Bavarian Größenwahn" statt "Bavaria One" tragen, sagte FW-Fraktionschef Hubert Aiwanger. "Bayern soll erst mal die nahe liegenden technischen Probleme unseres Wirtschaftsstandortes - wie Mobilfunklöcher und fehlendes flächendeckendes Internet - lösen, bevor wir die Staatskasse ruinieren und in den Weltraum abheben", betonte er.

SPD-Landeschefin Natascha Kohnen nannte "Bavaria One" nur eine großspurige Ankündigung: "Von den versprochenen 700 Millionen ist kein einziger Euro im Nachtragshaushalt."

Lesen Sie dazu auch

Und auch im Internet hagelte es Spott für das Großprojekt. Ein Twitter-Nutzer machte sich über die Strategie lustig: "Der Markus Söder bettelt ja geradezu darum, zum Mond geschossen zu werden - von mir aus auch in der Bavaria One." Und fügte augenzwinkernd hinzu: "Hauptsache one way..."

Eine andere Nutzerin nahm das "Bavaria One"-Werbebild aufs Korn. Zu sehen ist der illustrierte Kopf des Ministerpräsidenten vor einem Sternenhimmel. "Auch als Tattoo geeignet", ulkt die Nutzerin.

Und ein anderer meinte gar, erste Bilder vom Start der "Bavaria One" entdeckt zu haben:

 

Söder versprach mit "Bavaria One" Lösungen für aktuelle Probleme in Bayern

Söder wies die Kritik umgehend zurück. "Wer spöttelt verkennt, was eine Zukunftsaufgabe ist", sagte er. Bayern werde auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn es den Blick in die Zukunft wagt. Er versprach zudem praktische Vorteile für viele aktuelle Herausforderungen in Bayern.

Als Beispiele nannte er die Landwirtschaft, die Medizin, die Ökologie und eine Vielzahl von Arbeitsplätzen, es gehe nicht darum "Star Trek" zu machen. "Wir werden einen praktischen Nutzen haben, der noch gar nicht absehbar ist", sagte Söder. "Im Grunde gehen wir ins Weltall, um einen besseren Blick auf die Welt zu bekommen, einen besseren Blick für die kleinen Probleme, die wir hier haben."

Konkret besteht die Strategie aus zehn Aktionsfeldern, die eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen umfassen: Dazu zählt die Gründung der größten Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie mit Hauptsitz auf dem Ludwig-Bölkow-Campus in Ottobrunn mit 50 Professuren und knapp 2000 Studienplätzen.

Die Staatsregierung Bayern will den Freistaat zum führenden Standort für Raumfahrt in Deutschland machen.
Foto: Oliver Weiken, dpa/lby

Entwickelt wurde das Konzept von Experten unter der Leitung des Raumfahrtexperten Ulrich Walter von der Technischen Universität in München. 

Bayern soll einen eigenen Erdbeobachtungssatelliten bekommen

Weitere Punkte sind der Bau einer Hyperloop-Teststrecke, in der sich Transportkapseln fast mit Schallgeschwindigkeit bewegen, der Bau eines bayerischen Erdbeobachtungssatelliten und der Ausbau des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen zum "führenden Standort für Erdbeobachtung".

Nach den Worten von Walter hat alleine die Ankündigung des Programms vor Monaten in Söders erster Regierungserklärung eine immense Sogwirkung bewirkt. "Es gibt ein Rieseninteresse bei Investoren und Unternehmen", sagte er. Das Geld sei daher sehr gut investiert. (dpa, sal)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

03.10.2018

Die FDP hat schon gezeigt wie man sich selbst abschafft. Herr Söder schafft das doch locker auch.

Permalink
03.10.2018

Wie egoman muß man sein, um seinen Grind auf so einem Logo zu präsentieren, den Oberkörper - so sieht es aus - umhüllt von einer Rautentoga? Geht der Fasching in Franken nie zu Ende, Volkstribun?

Ich schließe mich den Social Media-Kommentatoren an: Schuß zum Mond oder Alternative Mars, Hauptsache oneway.

Permalink
03.10.2018

Söderchens Mondfahrt startet am 14. Oktober . . .

Permalink