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Bayern: Mehr Hantavirus-Infektionen: Die Gefahr aus dem Garten

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Mehr Hantavirus-Infektionen: Die Gefahr aus dem Garten

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    So sieht sie aus, die Rötelmaus, die das gefährliche Hantavirus überträgt. Die Krankheit kann mit schweren Komplikationen verlaufen.
    So sieht sie aus, die Rötelmaus, die das gefährliche Hantavirus überträgt. Die Krankheit kann mit schweren Komplikationen verlaufen. Foto: dpa (Archivfoto)

    Schwarze Knopfaugen, ein haariges Stupsnäschen und flauschiges, braunes Fell. Eigentlich ein ganz possierliches Tierchen, das in unseren Gärten, Kellern, Garagen oder Dachböden wohnt. Doch die kleine Rötelmaus kann mitunter großen Schaden anrichten. Nämlich dann, wenn sich Menschen bei ihr mit dem Hantavirus anstecken und mitunter schwer erkranken.

    Im vergangenen Jahr hat es in Bayern überdurchschnittlich viele Infektionen gegeben. Allein bis September wurden dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 306 Fälle aus dem Freistaat gemeldet. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es gerade einmal 17 Erkrankungen. Bis zum Jahresende stiegen die Zahlen weiter an. 369 Infektionen wurden bis Mitte Dezember im Freistaat registriert. Das LGL hat die Fälle kartiert und auf seiner Internetseite veröffentlicht. Wer auf die Landkarte blickt, der sieht vor allem in Unterfranken viele rote Punkte. Auch in Niederbayern und Schwaben häufen sie sich. Rot heißt: Hier wurde eine Infektion mit dem Hantavirus gemeldet.

    Menschen stecken sich an, wenn sie die Hantaviren einatmen

    Grund für die gestiegenen Erkrankungszahlen – nicht nur in Bayern, sondern in ganz Süddeutschland – ist die Vermehrung der Rötelmäuse. "In Abhängigkeit vom Nahrungsangebot und von klimatischen Faktoren unterliegen die Rötelmausbestände zyklischen Veränderungen. Dadurch kann es zu einem starken Anstieg der Mäusepopulation kommen, der sich dann zyklisch in regionalen Häufungen von Infektionen beim Menschen widerspiegelt", erklärt Martina Junk, Sprecherin des LGL. Ein deutlicher Anstieg der Erkrankungszahlen habe sich insbesondere in den warmen Monaten des zweiten und dritten Meldequartals feststellen lassen.

    Obwohl die Infektionszahlen hoch sind, macht Junk deutlich: "Im Vergleich mit den Meldezahlen der vergangenen Jahre kann aber bei der diesjährigen Häufung nicht von einem 'Rekordjahr' gesprochen werden. Ähnliche Häufungen gab es beispielsweise in den Jahren 2010 und 2012."

    Die Viren werden von den infizierten Mäusen über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden und können darin einige Zeit infektiös bleiben – man kann sich also ohne direkten Kontakt zu den Tieren anstecken. Menschen infizieren sich, wenn sie die Erreger einatmen, etwa dann, wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt wird. Das geschieht zum Beispiel beim Aufräumen von Dachböden und Kellerräumen oder beim Umschichten von Holzstapeln im Garten.

    Im schlimmsten Fall kommt es zu Nierenversagen

    "Eine Infektion ist gefährlich", sagt Dr. Jakob Berger, stellvertretender Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes. Am Anfang seien die Symptome wie bei einer Grippe. Es treten etwa Fieber und Gliederschmerzen auf. Allerdings kann auch der Blutdruck stark sinken, Blutarmut- und Blutgerinnungsstörungen können auftreten und die Nieren können betroffen sein. "Nierenversagen ist die schlimmste Komplikation bei einer Infektion mit dem Hantavirus", sagt Berger.

    Wie gravierend eine Erkrankung verlaufen kann, zeigt ein Fall aus dem Jahr 2014. Eine Landwirtin aus dem Landkreis Donau-Ries hatte mit Mäusefallen hantiert und dabei wohl virenbelasteten Staub eingeatmet. Es kam zu einer Blutgerinnungsstörung und Organversagen – die Frau starb.

    Eine Impfung gibt es nicht. Experten empfehlen, Staub vor Reinigungsarbeiten zu befeuchten und die Flächen mit Desinfektionsmitteln einzusprühen. Von Mensch zu Mensch ist das Virus nicht übertragbar.

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