Der ADAC hat die Autohersteller zu Schutzmaßnahmen gegen Tacho-Manipulationen aufgerufen. Jeder dritte Gebrauchtwagen in Deutschland sei mit einem falschen Kilometerstand unterwegs, schätzte der Autoclub unter Berufung auf Erkenntnisse der Polizei. Das bedeute, dass zwei Millionen Autos jährlich im Schnitt um 3000 Euro zu teuer verkauft werden. Der Volkswirtschaft entstehe so pro Jahr ein Schaden von rund sechs Milliarden Euro, sagte ADAC Präsident Peter Meyer.
Justizministerin Merk: Strafe von mindestens drei Jahren
Die Manipulation am Tacho sei mit entsprechenden Geräten schnell und leicht machbar, sagte Meyer. Der Verkauf der Geräte ist erlaubt, obwohl Fälschung des Kilometerstands in Deutschland seit 2005 ein Straftatbestand ist. Bisher steht darauf maximal ein Jahr Haft. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) verlangt hier eine Verschärfung auf mindestens bis zu drei Jahren. Der ADAC fordert bis zu fünf Jahre, wenn die Tachomanipulation gewerblich im großen Stil durchgeführt wurde.
ADAC: Fälschungssichere Tachos einbauen
Die Manipulation müsse seitens des Herstellers verhindert werden, fordert der Autoclub. Es würde nur ein paar Euro kosten, die Tachos gegen Manipulation zu sichern, sagte Meyer. Etwa gebe es längst fälschungssichere, nicht überschreibbare Chips, sagte der Leiter des ADAC-Technik-Zentrums, Reinhard Kolke. (dpa)