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Bildband: So schön wurden in der Region Denkmäler restauriert

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So schön wurden in der Region Denkmäler restauriert

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    Der Eggelhof bei Achsheim erhielt den Denkmalpreis 2005. Er bildet nach seiner Sanierung wieder eine weithin sichtbare Landmarke.
    Der Eggelhof bei Achsheim erhielt den Denkmalpreis 2005. Er bildet nach seiner Sanierung wieder eine weithin sichtbare Landmarke. Foto: Marc Weiss

    Das gilt für alle Lebensbereiche: Das gute Beispiel wirkt besser als tausend Belehrungen. Diese Erfahrung beherzigt auch der Bezirk Schwaben in seiner Förderung der Denkmalpflege. Im Jahr 2001 folgte der Bezirkstag der Anregung von Heimatpfleger Peter Fassl, zusätzlich zu der schon seit den 1930er Jahren praktizierten finanziellen Unterstützung einen Denkmalpreis zu vergeben und damit öffentlichkeitswirksam Vorbilder für den praktizierten Denkmalschutz zu schaffen.

    Auszeichnung für Hausbesitzer, die liebevoll restaurieren

    2002 bekamen die ersten vier Hausbesitzer ihre Auszeichnungen. Der mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis ging damals an Eva und Bernhard von Roda, die in Nördlingen ein Gerberhaus aus dem Jahr 1546 saniert hatten.

    Die beiden Sonderpreise (je 5000 Euro) erhielten Edith und Josef Straub aus Pfaffenhofen an der Zusam für die Restaurierung ihres wunderschönen Gasthofs sowie Roswitha und Klaus Kehrbaum, die in Kaufbeuren einen Fachwerkstadel auf der Stadtmauer wieder nutzbar gemacht hatten.

    Eine Anerkennung gab es für Maria und Werner Berschneider aus Lindau, die einen bis aufs Jahr 1240 zurückgehenden Hauskomplex saniert hatten.

    Prächtige Bilder von jahrhundertealten Allgäuer Bauernhöfen

    Seither zeichnet der Bezirk jährlich gelungene Restaurierungen von Denkmalen in Schwaben aus, die das Zeug haben, als gutes Beispiel vorbildhaft zu wirken. Peter Fassl und seine Mitherausgeberin Barbara Kanelakis versammelten die Objekte nach dem zehnjährigen Jubiläum des Preises in einem ebenso ansprechenden wie lehrreichen Band.

    Mit prächtigen Bildern und gehaltvollen Texten entfaltet sich in dem kürzlich erschienenen Buch vor dem Leser und Betrachter ein eindrucksvoller Reigen schöner schwäbischer Häuser.

    Da sind die jahrhundertealten Allgäuer Bauernhöfe in Berghof bei Halblech, Memhölz bei Waltenhofen, Gailenberg bei Bad Hindelang, Schwangau, Obermaiselstein, Kimratshofen, Unterthingau und Bosterlang. Sie erzählen von harter Arbeit, die der Natur geduldig den bescheidenen Lebensunterhalt abringt.

    Sie erzählen mit ihren gut gebauten Proportionen oder mit einfachem Hausschmuck auch von bäuerlicher Kultur und dem Bedürfnis nach Schönheit. Man staunt beim Betrachten der Bilder, beim Lesen der Texte, wie gut sich ein altes Bauernhaus an das Leben seiner heutigen Bewohner anpassen kann.

    Von der Mühle in Liebenthann bis zum Schloss Haunsheim

    Da ist die mächtige, im Kern von 1655 stammende Mühle in Liebenthann bei Obergünzburg, die die Besitzer Brigitte und Steffen Haid nach aufwendiger Sanierung zum beliebten Treffpunkt für Ausflügler gemacht haben.

    Auch das Schloss Haunsheim im Kreis Dillingen erfreut Besucher des Dorfes mit seiner vornehmen, im Stil der Neugotik umgestalteten Fassade und seiner imposanten Anlage. Besitzer Dieter von Hauch restaurierte das Schloss, eines der bedeutenden Renaissance-Denkmale Schwabens, in 20-jähriger Arbeit. 2003 wurde er dafür ausgezeichnet.

    Drei Jahre später erhielten Stephanie Struthmann und Roger Kausch den Preis. Mit über 5000 eigenen Arbeitsstunden und mit der Kompetenz erfahrener Handwerker restaurierten sie den Pfarrhof von Großkitzigkofen bei Lamerdingen und gaben damit dem Ort wieder sein repräsentatives Zentrum.

    Für sie und alle anderen Preisträger ist die Auszeichnung durch den Bezirk auch eine Anerkennung ihres oft mühevollen und finanziell belastenden Einsatzes für die Denkmale.

    Stadthäuser in Augsburg, Kempten oder Weißenhorn

    Außer herrschaftlichen und bäuerlichen Anwesen entdeckte der Bezirksheimatpfleger im Lauf der Jahre auch eine ganze Reihe städtischer Häuser, die vorbildlich saniert worden sind. Das patrizische Kathanhaus aus dem 17. Jahrhundert in Augsburg trägt prächtige Wandmalereien, das Handwerkerhaus in der Kemptener Burghaldegasse zählt zu den ältesten Wohngebäuden der Stadt, das Haus in der Weißenhorner Mariengasse erzählt eine wechselvolle Nutzungsgeschichte, und das 300 Jahre alte Wohnhaus in Steinhart bei Hainsfarth führt zurück in die jüdische Geschichte im Donau-Ries.

    Ein Lesebuch schwäbischer Geschichte

    So ist der vom Friedberger Likias-Verlag sorgfältig gestaltete Band auch ein Lesebuch schwäbischer Geschichte, denn bei jedem Objekt wird die Historie des Ortes und des Hauses beschrieben. Zu dieser Geschichte gehören auch die dunklen Seiten: 2011 vergab der Bezirk den Preis an einen Arbeitskreis, der die baulichen Reste eines KZ-Außenlagers im Horgauer Forst freigelegt hatte.

    Mahnmal der NS-Geschichte Schwabens

    Dass damit ein Mahnmal, das sich auf die NS-Geschichte Schwabens bezieht, gewürdigt wurde, weist darauf hin, dass es im Denkmalschutz nicht nur um schöne Häuser, sondern auch um Erinnerungskultur geht. Dieser Impuls kann ebenfalls vorbildhaft wirken.

    Buch Peter Fassl, Barbara Kanelakis (Hg.): 10 Jahre Denkmalpreis des Bezirks Schwaben. 208 Seiten, 275 Abbildungen. Likias-Verlag, 19,80 Euro

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