Heute fängt wieder die Schule an – und die allmähliche Alterung der deutschen Bevölkerung macht sich auch an Bayerns Schulen stark bemerkbar: Die Schülerzahl sinkt um gut 50.000 auf 1,75 Millionen, teilte das Kultusministerium mit. Noch vor 30 Jahren lag die gesamte Schülerzahl (allgemeinbildende und berufsbildende Schulen zusammengenommen) bei 1,97 Millionen. Im Schuljahr 2030/31 hat sie dann Prognosen zufolge auf 1,47 Millionen abgenommen – ein Rückgang von 500.000 in einem halben Jahrhundert.
Besonders stark fällt der Rückgang an Grundschulen und Gymnasien aus. An den Grundschulen fehlen die Kinder wegen der niedrigen Geburtenrate, die Gymnasien leeren sich wegen des erstmals fehlenden neunten Jahrgangs. Die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium ist nach dem diesjährigen doppelten Abiturjahrgang abgeschlossen, bei dem der erste G-8- und der letzte G-9-Jahrgang fast gleichzeitig ihre Abschlussprüfungen machten.
Nur noch 430.000 Kinder gehen in die Grundschule – 30.000 weniger als noch vor einem Jahr. Die Zahl der Erstklässler bleibt mit 110000 fast konstant.
Trotz sinkender Zahlen 2.000 neue Lehrer
An den Gymnasien fehlt in diesem Jahr der bisherige G-9-Jahrgang, sodass die Zahl der Gymnasiasten um mehr als 30.000 auf 354.000 sinkt. Die Realschulen erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit – obwohl insgesamt viel weniger Kinder zur Schule gehen, sind es noch einmal 2000 Realschüler mehr als vor einem Jahr – insgesamt 244.000. Trotz sinkender Schülerzahlen gibt es 2.000 neue Lehrer – Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hatte die Einstellung von 3.000 zusätzlichen Pädagogen angekündigt, wovon 1.000 aber Ersatz für pensionierte Lehrer sind.
Abgesehen von der nunmehr endgültig gestrichenen 13. Klasse des Gymnasiums ist die größte Neuerung die sogenannte Inklusion behinderter Kinder an den Regelschulen. Zumindest theoretisch sollen behinderte Kinder in Zukunft möglichst nicht mehr an Förderschulen unterrichtet werden.
Im ersten Jahr hat das Kultusministerium 41 Schulen mit dem Profil Inklusion eingerichtet und 100 Lehrer dafür eingestellt. 55.000 Kinder besuchen weiter eine Förderschule.
Eines wird sich nicht ändern im neuen Schuljahr: der Streit um die Bildungspolitik. Die Opposition und die Kommunen werfen dem Kultusministerium vor, zu wenig für die Inklusion zu tun. (dpa)
Herbstferien Die nächsten Ferien kommen bestimmt – in Bayern dauern die Herbstferien 2011 vom 31. Oktober bis 5. November.