Startseite
Icon Pfeil nach unten
Bayern
Icon Pfeil nach unten

Brand im Allgäu: Zwei Kinder tot: Die Tragödie vom Bauernhof

Brand im Allgäu

Zwei Kinder tot: Die Tragödie vom Bauernhof

  • |
  • |
  • |
    Bei dem Brand eines Bauernhofs im Allgäu starben zwei Kinder.
    Bei dem Brand eines Bauernhofs im Allgäu starben zwei Kinder.

    "Am Samstag kurz nach ein Uhr morgens bricht im kleinen Weiler Berfallen nahe der Allgäuer Ortschaft Ratzenried ein Feuer aus und breitet sich im Obergeschoss eines 120 Jahre alten Bauernhauses aus. Ein 44-jähriger Bewohner ist noch nicht zu Bett gegangen und wird im Erdgeschoss durch Rauch auf den Brand aufmerksam." Der Polizeibericht fasst in nüchternen Worten die Tragödie zusammen, die der Landwirt dann erleidet: "Nach Entdeckung des Brandes war dem Familienvater durch Rauch und Flammen der Zugang in die obere Etage über die Treppe bereits verwehrt." Oben sind die Schlafräume, wo die Frau und die drei Kinder schlafen. Ein elfjähriger Sohn und eine vierjährige Tochter können sich nicht mehr aus den Flammen retten, ihre Leichen werden später aus den Trümmern des Hauses geborgen.

    Der Vater kämpft wie ein Löwe, um seine Familie zu retten. Nach Polizeiangaben versucht er zunächst vergeblich, über die Treppe zu den Schlafräumen im Obergeschoss durchzudringen. Dann stellt er eine Leiter ans Haus, um in die obere Etage zu gelangen, muss jedoch auch diesen Versuch wegen der Flammen und der Hitze aus einem darunter liegenden Fenster aufgeben.

    Anschließend lehnt der Landwirt eine Leiter an eine andere Seite des Gebäudes und steigt dort zum Schlafzimmerfenster hoch. Durch den starken Rauch und die Flammen im Obergeschoss ist es ihm jedoch nicht mehr möglich, seine beiden Kinder zu retten. Seine 39-jährige Frau und eine fünfjährige Tochter haben sich selbst auf eine angrenzende Wiese gerettet.

    Bei Rettungsversuchen erheblich verletzt

    Bei seinen erfolglosen Rettungsversuchen wird der Landwirt erheblich verletzt. "Der Mann hat schlimm ausgesehen, stark geblutet", sagt später ein Feuerwehrmann, der in der Nacht mit 150 Kameraden im Einsatz war. Bis der Familienvater überhaupt Hilfe mobilisieren kann, vergehen nach Einschätzungen der Feuerwehr noch einmal fast 15 Minuten. Denn Handy und Festnetz sind aufgrund der Flammen nicht mehr zugänglich. Auch seine Autoschlüssel hat der Mann im Haus zurückgelassen. Und so fährt er schließlich mit einem Traktor die vier Kilometer lange Strecke nach Ratzenried in der Gemeinde Argenbühl, um Hilfe zu holen. Die Nachbarn in den drei unmittelbar angrenzenden Häusern sind nicht zu Hause oder bemerken die Hilferufe des Landwirts nicht.

    Bewohner sind erschüttert

    Die Bewohner aus dem Nachbarort sind erschüttert. "Ich kann das nicht nachvollziehen", sagt eine Frau aus Ratzenried am Samstagabend: "Wie kann es sein, dass man so ein Feuer, so ein Getöse als Nachbar nicht mitbekommt?" Und ihr Mann sagt: "Ich hätte notfalls die Scheiben eingeschlagen oder die Türe eingetreten." Die betroffene Familie sei alteingesessen. "Hier bei uns kennen sich die Leute noch", sagt die Frau. Ratzenried zählt knapp 1.200 Einwohner. Als die Rettungskräfte in der Nacht beim brennenden Gebäude eintreffen, müssen sie zunächst mehrere Kilometer Schläuche verlegen, denn die Wasserleitungen vor Ort reichen nicht aus, um den Brand zu löschen. Daher pumpt die Feuerwehr das Wasser aus zwei Weihern herbei, einer davon ist vier Kilometer entfernt. Die Stromleitungen nach Berfallen werden aus Sicherheitsgründen zeitweise gekappt.

    Leichen der beiden Kinder in den Trümmern entdeckt

    In den Trümmern des Hauses finden Feuerwehrleute die Leiche des elfjährigen Sohnes. Die stundenlange Suche nach seiner vierjährigen Schwester bleibt zunächst erfolglos. Das tote Mädchen entdecken die Helfer schließlich am Samstagmorgen in der Brandruine, die noch am Nachmittag nicht gänzlich gelöscht ist. Das Ehepaar und die gerettete fünfjährige Tochter werden auf der Intensivstation versorgt. Die Brandursache ist noch völlig unklar. dapd/AZ

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden