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Donauwörth
22.10.2014

Erotik-Branche feiert die 38-jährige "Porno-Erzieherin"

Bereitwillig beantwortete die gekündigte Erzieherin nach der Verhandlung in Donauwörth die Fragen der TV-Reporter. Hinten: der Anwalt der Frau.
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Bereitwillig beantwortete die gekündigte Erzieherin nach der Verhandlung in Donauwörth die Fragen der TV-Reporter. Hinten: der Anwalt der Frau.
Foto: W. Widemann

Einer Erzieherin wurde von der Diakonie gekündigt, weil sie nebenbei Pornos drehte. Daraus entwickelte sich nicht nur ein pikanter Rechtsstreit, sondern auch eine Art Karriereschub.

Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht laufen in Donauwörth in aller Regel ohne großes Aufsehen ab. Gestern war das anders. Ein halbes Dutzend Medienvertreter scharte sich um eine blonde Frau. Die steht im Mittelpunkt eines pikanten Rechtsstreits: Die Diakonie Neuendettelsau hat der 38-Jährigen gekündigt. Grund: In ihrer Freizeit fühlt sich die Erzieherin dem Pornogeschäft zugeneigt und drehte unter anderem Filme. Dies reicht nach Ansicht des Gerichts zumindest aus, um der Frau eine ordentliche Kündigung auszusprechen.

Porno-Drehs widersprächen der Sexualethik der Kirche

Was die Frau, die 17 Jahre lang für die Diakonie in einer Behinderteneinrichtung in Oettingen arbeitete, nebenbei getan habe, widerspreche der Sexualethik der Kirche, so die Vorsitzende Richterin Dr. Renate Leirer. Da die Filme öffentlich zugänglich seien, könnten sowohl die Betreuten als auch deren Angehörige von den erotischen Aktivitäten erfahren. Dies könnte negative Auswirkungen für die Behinderteneinrichtung haben. Nicht wirksam sei jedoch die fristlose Kündigung. Deshalb ist die Frau noch bis 30. November offiziell bei der Diakonie beschäftigt. Deren Anwalt betonte in dem Prozess, die Aktivitäten der Frau seien mit den Wertvorstellungen der Kirche nicht vereinbar.

38-jährige Erzieherin erhält auf Erotikmesse Preis als "Shootingstar 2014"

Die 38-Jährige versucht indes augenscheinlich, aus dem Rechtsstreit und dem daraus resultierenden Medienrummel Kapital zu schlagen. Bereitwillig gab die Frau, die im Landkreis Donau-Ries wohnt, TV-Interviews. Erst kürzlich hat sie bei einer großen Erotikmesse in Berlin den Preis als „Shootingstar 2014“, also als Neueinsteigerin, erhalten. Auf einem Werbeplakat für einen Film, in dem sie mitspielt, wird direkt mit ihr als „Porno-Erzieherin“ geworben. Dezent weist ihr Ehemann am Rande der Gerichtsverhandlung Pressevertreter darauf hin, dass sie doch den Künstlernamen und nicht den richtigen Namen seiner Gattin verwenden sollten. Die Frau nennt sich "Julia Pink".

Sie werde das Urteil nicht akzeptieren, kündigt die 38-Jährige an. Ihr Anwalt hatte zuvor gesagt: „Pornografie gehört zum Leben dazu.“ Die Frau habe keinen Schaden angerichtet, der Moralbegriff habe sich gewandelt: „Sexualität ist das Natürlichste der Welt.“

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