Krailling in Oberbayern steht unter Schock. Die Menschen, gerade Familien mit jungen Kindern, leben in Furcht vor dem Doppelmörder. Denn noch immer haben die Ermittler nach dem Tod der zwei Mädchen Chiara und Sharon laut eigener Aussage keine heiße Spur und keinen Tatverdächtigen. Hoffnung macht ihnen jetzt fremde DNS, die am Tatort gefunden worden sein soll.
Sollte die DNS vom Täter stammen, wurde sie wohl schon abgeglichen mit gespeicherter DNS aus bestehenden Gen-Datenbänken. Da die Ermittler darüber jedoch nichts sagen, bleibt zu vermuten, dass es keinen Treffer gab. In Krailling könnte deshalb bald ein Massen-Gentest anlaufen.
Dabei ist nicht einmal klar, ob die Spur vom möglichen Täter kommt oder von einem Besucher des Hauses in jüngerer Vergangenheit. Genauere Angaben will die Polizei nicht machen. Sie hat angekündigt, keine weiteren Informationen dieser Art mehr über den Doppelmord von Krailling preiszugeben: "Einzelheiten zur Art der Spuren können jedoch aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht gemacht werden." Der Hintergrund ist eine entsprechende Weisung der Staatsanwaltschaft.
Wie die Abendzeitung aus München berichtet, sollen bereits mehrere Männer aus Krailling Speichelproben abgegeben haben. Dies ergibt jedoch nur dann Sinn, wenn man auch eine Vergleichsspur dazu hat.
Die Polizei wollte jedoch nicht bestätigen, eine DNS-Spur zu haben. Aufgrund der Speichelproben ist dies jedoch sehr wahrscheinlich.
Laut verschiedenen Medienberichten sei in den vergangenen Tagen bereits ein Mann ins Visier der Fahnder geraten. Er soll ein Stammgast im Lokal "Schabernack" gewesen. Die Mutter der toten Kinder, die dort aushilfsweise bedient hat, soll ihm kürzlich Hausverbot erteilt haben. Laut Abendzeitung hat er damals gedroht: "Es wird demnächst etwas passieren." Der als Sonderling geltende Mann soll zudem angekündigt haben, dass er "einen Menschen platt machen" wolle.
Mädchen in ihrem Kinderzimmer umgebracht
Chiara (8) und Sharon (11) waren in ihrem Kinderzimmer umgebracht worden. Die Mutter fand die Mädchen, als sie zusammen mit ihrem Freund am frühen Donnerstagmorgen nach Hause kam. Sie hatte die Kinder am Mittwochabend gegen 22.30 Uhr alleine gelassen, um in der 100 Meter entfernten Gaststätte ihres Lebensgefährten zu helfen. Als die beiden gegen 4.40 Uhr nach Hause kamen, entdeckten sie den Doppelmord an den Mädchen.
Nach der Obduktion stand am Freitag fest, dass die Kinder erstochen und erschlagen wurden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden vielfältige Gewalteinwirkungen an den beiden Opfern festgestellt. Anhaltspunkte für ein Sexualdelikt gibt es nicht.
Trauergottesdienst in Krailling
Inzwischen wurde die Belohnung für Hinweise zur Aufklärung des Doppelmordes deutlich erhöht. Neben 5000 Euro des Landeskriminalamtes kommen von zwei Privatleuten zusammen noch einmal 10.500 Euro hinzu.
An diesem Dienstag wird in der katholischen Pfarrkirche St. Elisabeth im benachbarten Planegg ein ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an Chiara und Sharon abgehalten. Die Zelebranten sind der katholische Pfarrer Muton Kole und seine evangelische Kollegin Katarina Freisleder. stni