München Auf der Leinwand ist er oft der Berserker, auf der Bühne erscheint er – zum Schutz der Augen – mit dunklerBrille,und im Dank gibt er sich bescheiden: „Wir haben nur gespielt“, sagt der just zum besten Darsteller gekürte Armin Rohde am Freitag nach Erhalt des Bayerischen Fernsehpreises. Bescheiden und begeistert zugleich auch die beste Schauspielerin: Anna Loos, als Titelheldin von „Die Lehrerin“ ausgezeichnete Preisträgerin und Partnerin von Jan-Josef Liefers, räumt mit dem begehrten Porzellan-Panther in der Hand strahlend ein: „Ich kenne den Preis schon vom Putzen – mein Mann hat ihn nämlich.“Auch Anja Kling und Matthias Brandt („Das ist ja’n Ding“) springen mit dem Blauen Panther als beste Schauspieler selig von der Bühne, sie siegten in der Kategorie Serien und Reihen.
Insgesamt 17 mit je 10000 Euro dotierte Panther ehren Fernsehmacher vor und hinter der Kamera. Gleich mehrere ernste und nachdenkliche Stoffe waren unter den Preisträgern.
Der insgesamt kurzweiligen zweistündigen Gala des Bayerischen Rundfunks zur 24. Verleihung der Blauen Panther setzen zum Schluss die beiden Ehrenpreisträger, Münchens „Tatort“-Kommissare Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, die Krone auf: Sie bringen dem Preis kurzerhand ein Ständchen. Nicht ohne sich zuvor allerdings darüber zu mokieren, dass ihnen so fern vom hohen Alter bereits der Lebenswerk-Preis übergeben wird. „Das Durchschnittsalter derer, die den bisher bekommen haben, ist 72,76“, merken die beiden Krimistars an, die, nach eigenen Worten noch vom „jugendlichen Flirren tatendurstiger Herzen“ erfüllt, auf dem Kopf allerdings nach 62 „Tatort“-Fällen ergraut sind.
Ministerpräsident Horst Seehofer lobt die „großartige Schauspielkunst“ des Kult-Duos und erkennt in dem gebürtigen Münchner Wachtveitl und dem Kroaten Nemec gar ein „Vorbild für die Politik“, jedenfalls was die gewonnenen Sympathien angeht. Sie seien „die mit Abstand beliebtesten bayerischen Beamten“, konstatiert der Regierungschef – und bietet Batic und Leitmayr prompt „Dienstzeitverlängerung im Staatsdienst“ über das Pensionsalter hinaus an. Die Ehrenpreisträger scheinen nicht abgeneigt und kündigen in ihrem launigen Lied an, noch lange auf Verbrecherfang gehen zu wollen, „notfalls auch mit dem Rollator“. (dpa)