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Leutkirch

05.10.2019

Ein Jahr nach der Chaos-Eröffnung: So geht es Center Parcs im Allgäu

Ramona Riesle (Mitte) und Ella und Björn Fünfschilling sind schon zum zweiten Mal im Allgäuer Ferienpark zu Besuch.
Bild: Christoph Kölle

Plus Vor einem Jahr öffnete Center Parcs sein Feriendorf im Allgäu. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ist der Manager zufrieden. Und die Besucher?

Als „gigantischen Erfolg“ bezeichnet Manager Christoph Muth das Center-Parcs-Feriendorf nahe Leutkirch im Allgäu. Seit einem Jahr hat dieses nun geöffnet. Nach Startschwierigkeiten und einer vorübergehenden Schließung seien mittlerweile alle anfänglichen Probleme wie etwa die Energieversorgung gelöst, sagt Muth. Knapp 1,1 Millionen Übernachtungen verzeichnete der Park im ersten Jahr seines Bestehens – seit April 2019 sind alle 1000 Ferienhäuser fertig und bewohnbar. Im Schnitt sind jeden Tag etwa 3650 Übernachtungsgäste im Park, dazu kommen je nach Jahreszeit und Wochentag 500 bis 4000 Tagesgäste. „Seit April bis zum Geschäftsjahresende am 30. September hatten wir eine Auslastung von 84 Prozent“, sagt Muth.

Etwa Dreiviertel der Gäste kämen aus Deutschland, jeweils acht Prozent aus der Schweiz und den Niederlanden. Auch andere Nationalitäten seien gut vertreten, viele Besucher reisten beispielsweise aus Israel oder den Golfstaaten an, sagt Muth. Außerdem kämen auch Menschen aus der Region immer wieder in den Park, oft für einen Ausflug ins Schwimmbad oder zum Essen in eines der Restaurants. „Wir sind öfter mal hier“, sagt beispielsweise der 84-Jährige Albrecht Roth aus Leutkirch – gerne auch, wenn Besuch da ist. „Früher waren wir dann mit den Gästen rund um Schloss Zeil unterwegs, jetzt zeigen wir ihnen eben das Feriendorf“, sagt seine Frau Eveline Roth. An diesem Tag steht ein Klassentreffen auf dem Programm – samt Fahrt im Golfcart durch den Park.

Center Parcs Allgäu: Besucher beklagen mangelnde Sauberkeit

Das Feriendorf ist aber nicht nur Reise- und Ausflugsziel für Urlauber und Einheimische, es ist auch der Arbeitsplatz von 1000 Mitarbeitern. Etwa ein Viertel von ihnen ist bei Center Parcs direkt angestellt, die anderen arbeiten für Partnerunternehmen, die aber nur teilweise aus der Region kommen. Zwei Reinigungsfirmen beispielsweise sind im Allgäu ansässig.

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Gerade die Sauberkeit aber ist es, die bei einigen Gästen nach wie vor für Unmut sorgt. „Wir haben uns vor unserem Urlaub im Internet informiert und immer wieder gelesen, dass die Häuser oft nicht richtig sauber sind. Wir haben gehofft, dass uns das nicht trifft, aber ich kann das leider nur bestätigen“, sagt Katrin Raquet aus Worms. Ein Familienvater aus Hessen ist der gleichen Meinung: „Es war staubig, als wir in unsere Hütte kamen. Und die Spülmaschine funktioniert nicht richtig.“ Das sei zwar ärgerlich, ansonsten gefalle es ihnen im Park aber sehr gut. „Der Badebereich ist einfach ein Traum.“ Die Familie ist derzeit zum ersten Mal in dem Allgäuer Feriendorf, hat aber schon ihren nächsten Urlaub dort gebucht.

Laut Manager Muth halten sich die Beschwerden in Relation zur Besucherzahl im Rahmen. Er versichert aber, jede Kritik werde ernst genommen. Zudem veränderten sich die Service-Ansprüche der Gäste stetig. Sich dem anzupassen sei ein „fortlaufender Prozess“.

Eine Familie aus Hessen war seit der Eröffnung sieben Mal da

60 Prozent der Besucher seien zuvor noch nie in einem Center Park gewesen, sagt Muth. Viele von ihnen würden durch den Aufenthalt im Allgäu aber zu Fans der Feriendörfer und des Allgäuer Parks im Besonderen. „Spitzenreiter ist eine Familie aus Hessen, die seit der Eröffnung sieben Mal hier war“, sagt Muth. Auch Ramona Riesle und Björn Fünfschilling aus der Schweiz haben schon ihren nächsten Aufenthalt gebucht. „Der Park ist nicht zu groß und die Außenanlagen sind einfach toll“, finden sie. Auch auf Kritik werde schnell reagiert.

Der Unterhalt ist aber nicht ganz billig: „Die Anlage kostet 200.000 Euro – und das jeden Tag“, sagt Muth. Im ersten Geschäftsjahr habe das Feriendorf 70 Millionen Euro Umsatz gemacht, 65 Prozent davon mit der Vermietung der Häuser. 20 Prozent machten die Gastronomie samt Supermarkt und Bäckerei aus, 15 Prozent des Umsatzes kommen aus den Shops und Freizeiteinrichtungen.

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16 Bilder
Center Parcs Allgäu: Wie sieht es jetzt dort aus?
Bild: Mareike Keiper

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