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Selenskyj stellt Landsleute auf harten Winter ein
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Euro Hawk
21.07.2011

Sanfte Landung einer Riesendrohne

Das unbemannte Flugzeug Euro Hawk wird am Donnerstag (21.07.2011) auf dem Luftwaffenstützpunkt Manching (Oberbayern) zur Parkpostion gezogen.
Foto: Armin Weigel/dpa

Nach einem fast 24-stündigen Flug landete eine unbemannte Aufklärungsdrohne auf dem Flugplatz Manching – Experten sprechen von einer neuen Ära bei der Luftwaffe

Am Donnerstag landete nach einem fast 24-stündigen Nonstop-Flug aus Kalifornien die unbemannte Aufklärungsdrohne Euro-Hawk auf dem Militärflugplatz Manching bei Ingolstadt. Vor allem beim Kunden, der Bundeswehr, war die Begeisterung groß. „Sie ist da, und damit beginnt eine neue Ära in der Militärluftfahrt in Deutschland“, freute sich Rüdiger Knöpfel. Das Ereignis in Manching wollte sich Knöpfel als Vertreter des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung, kurz BWB, nicht entgehen lassen und war zur Landung eigens aus Koblenz angereist.

Mit einer sanften Landung auf bayerischem Boden endete ein rund 10000 Kilometer weiter Flug, den das sogenannte UAV („Unmanned Aerial Vehicle“, übersetzt unbemanntes Luftfahrzeug) in Flughöhen bis über 18 Kilometern hinter sich brachte. Damit bewegt sich die Drohne weit über den Reiseflughöhen von modernen Passagierflugzeugen.

Sehr lange Verweildauer in großen Höhen

Nach der Landung beginnt für den Prototypen eine drei Monate dauernde Aufrüstphase in Manching. Das unbemannte Fluggerät wird mit deutscher Sensorik und Aufklärungstechnik ausgerüstet. Im Herbst sollen dann im Himmel über Bayern die ersten Testflüge mit neuer Ausrüstung stattfinden.

Die für die Bundeswehr geplante Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" ist eine vergrößerte Variante der RQ-4B-Drohne "Global Hawk" des US- Herstellers Northrop Grumman. Durch eine verlängerte Spannweite wurde die Tragfähigkeit auf 1360 Kilogramm erhöht. Die RQ-4-Basisversion erreicht bis zu 20.000 Meter Flughöhe und kann bis zu 40 Stunden im Einsatz bleiben. Bei der Bundeswehr sollte mit der Einführung die Luftwaffe die Fernmelde- und Elektronische Aufklärung (Signal Intelligence, SIGINT) von der Marine übernehmen.
8 Bilder
Der neue "Euro Hawk"
Foto: Armin Weigel/dpa

Die Sensoren des Euro Hawk können ein breites Spektrum an elektromagnetischen Wellen aufspüren und zur Auswertung an die Bodenstation weiterleiten. Im Mai 2012 soll dann die Luftwaffe die erste Drohne übernehmen. Vier weitere dieser Systeme werden zwischen 2015 und 2017 ausgeliefert und sollen in Schleswig-Holstein beim Aufklärungsgeschwader 51 stationiert werden.

Der Euro-Hawk ist eine Kooperation zwischen der EADS-Tochter Cassidian und dem US-Rüstungskonzern Northrop Grumman. Eigens für die Entwicklung und den Bau des Flugzeugs wurde die Euro-Hawk GmbH gegründet. Chef dieser Gesellschaft ist Neset Tükenmez: „Mit einer Flügelspannweite von 40 Metern und einem sparsamen Düsenantrieb ist unser Euro-Hawk für sehr lange Verweildauern in großen Höhen ausgelegt und kann unter anderem feindliche Funksprüche abhören und elektronische Emissionen messen.“

Besser, höher und länger

Die Drohne soll einem möglichen Feind beobachten und möglichst viel Erkenntnisse über diesen liefern. In Afghanistan nutzt die Bundeswehr momentan, als Zwischenlösung, die in Israel gebaute Heron, eine Aufklärungsdrohne, die ferngesteuert, aber auch vorprogrammiert Einsätze fliegen kann – ganz ähnlich wie der Euro-Hawk. Der allerdings soll das alles noch besser können – höher und länger, wie Cassidian versichert.

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