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Bildung

17.07.2019

G8 oder G9? Warum Schüler an Gymnasien mehr Wahlmöglichkeiten bekommen

Keine verpflichtende Abi-Prüfung mehr in Mathematik? Darüber würden sich viele Schüler sicher freuen.
Bild: Armin Weigel, dpa

Kultusminister Piazolo verspricht für das neunstufige Gymnasium eine „Oberstufe der Extraklasse“. Viele Details sind aber noch offen. Welche Kritik es gibt.

Noch ist etwas Zeit, bis die ersten Schüler des wieder auf neun Jahre verlängerten Gymnasiums 2024 in die neue Abitur-Phase kommen. Allerdings sollte den Schülern schon ein paar Jahre früher klar sein, welche Anforderungen auf dem Weg zum Abitur auf sie zukommen.

Bei der Konzeption der neuen 12. und 13. Klasse sei man deshalb schon gut vorangekommen, findet Schulminister Michael Piazolo (Freie Wähler): Sieben Mal jedenfalls haben Vertreter der Lehrer, Gymnasien, Eltern und Schüler schon mit den Experten des Kultusministeriums über die neue Oberstufe diskutiert. Als Ergebnis stellte Piazolo nun erste „Eckpunkte“ vor – die in entscheidenden Fragen allerdings noch vage bleiben.

Jeder Schüler wählt ein Vertiefungsfach

Mehr Wahlmöglichkeiten und mehr Vertiefung sollen die Schüler auf dem Weg zum Abitur bekommen, so lautete die politische Vorgabe für das neue G9. Konkret soll jeder Schüler nun – ähnlich den früher üblichen „Leistungskursen“ – aus allen Fächern ein „Vertiefungsfach“ wählen können. Dazu kommen Deutsch und Mathematik als verpflichtende „Kernkompetenzfächer“ mit ebenfalls „erhöhtem Anforderungsniveau“.

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Ob in diesen drei Fächern – plus zwei mündlichen Fächern – auch die abschließende Abiturprüfung abgelegt werden muss, ist dagegen noch offen. Die Tendenz gehe auch hier zu mehr Wahlmöglichkeiten, lässt sich Susanne Arndt von der Landes-Eltern-Vereinigung entlocken – also etwa Abi-Prüfung in Biologie oder Physik statt in Mathematik.

Aufwerten will Piazolo den mathematischen Bereich: Anders als im G8 sollen Fremdsprachen und „MINT-Fächer“ im Abitur nun das gleiche Gewicht bekommen. „Das wird sich auch in der Gesamt-Stundenzahl niederschlagen“, so der Minister. Aufgewertet werden soll zudem die politische Bildung – wie genau ist offen. Nicht ändern soll sich die Vorbereitung auf wissenschaftliches Arbeiten in den „W-Seminaren“.

Bildungsexpertin übt Kritik

„Ein Vertiefungsfach ist schlicht zu wenig“, kritisiert die Grünen-Bildungsexpertin Gabriele Triebel diese Pläne. Den Einwand der organisatorischen Überforderung der Schulen lässt sie nicht gelten: „Früher gab es ja auch zwei Leistungskurse.“

Ein grundsätzlicher handwerklicher Fehler liege zudem darin, die neue 11. bis 13. Klasse nicht als Ganzes zu konzipieren: „Eine echte Neuaufstellung der Oberstufe schafft Piazolo so nicht“, glaubt Triebel. Michael Schwägerl vom Lehrerverband bpv ist dagegen sehr zufrieden: Die neue Oberstufe werde sowohl dem Anspruch des bayerischen Abiturs, als auch den individuellen Bedürfnissen der Schüler gerecht, findet er: „Das war immer unsere Forderung.“

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