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Verkehr

14.05.2019

Hilfe für Bürgerbusse

Bayerns Verkehrsminister will den Nahverkehr auf dem Land stärken

Mobil sein, von zu Hause in den Nachbarort zu gelangen, auch ohne eigenes Fahrzeug – das kann für Menschen auf dem Land zur Herausforderung werden. Ehrenamtlich betriebene Buslinien, sogenannte Bürgerbusse, könnten helfen. Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart hat nun angekündigt, Bürgerbus-Projekte zu fördern. „Unser Ziel ist es, den Kommunen einen Werkzeugkasten an die Hand zu geben, aus dem sie sich für ihre jeweilige Region bedienen können“, erklärt der CSU-Politiker und ergänzt: „Bürgerbusse sind ein wichtiges Projekt für den ländlichen Raum.“ Vor allem ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollen von den Projekten profitieren.

So verspricht das Ministerium, Neuanschaffungen zu unterstützen: Kauft ein Verein oder eine Gemeinde für diesen Zweck einen Kleinbus, will sich das Ministerium mit einem Zuschuss von 50 Prozent, jedoch maximal 20000 Euro, beteiligen. Ist das Fahrzeug zudem barrierefrei, sollen bis zu 30000 Euro fließen. Der ehrenamtliche Fahrbetrieb ist allerdings an Bedingungen wie eine Fahrerlaubnis zur Personenbeförderung und ärztliche Untersuchungen geknüpft. Doch auch „zur Unterstützung einer professionellen Organisation des Vereins“ gibt es vom Ministerium Zuschüsse. Die Vereine und Träger der Busse können dafür eine jährliche Pauschale von bis zu 2000 Euro beantragen.

In Bayern ist das Netz der Bürgerbusse noch dünn. „Wir steigen jetzt erst voll in die Förderung ein, um Busprojekte flächendeckend zu fördern“, heißt es vonseiten des Ministeriums. Zu diesem Angebot zählt auch der „SoMit Bürgerbus“ der Stadt Monheim im Landkreis Donau-Ries. Vor acht Jahren begann der Busbetrieb. Fünf Linien führen dort regelmäßig bis in die Nachbarorte. Anton Ferber, ehemaliger Bürgermeister der Stadt, organisiert das Projekt, das von ehrenamtlichen Helfern getragen wird. Er schildert die Lage: „120 bis 180 Euro betragen unsere Einnahmen jeden Monat. Das deckt natürlich nicht einmal die Spritkosten.“ Den Verlust trägt bisher die Kommune. Ferber sagt, er freue sich über die Förderung der Bürgerbusse – doch das Geld müsse klug investiert werden, dort wo Nachfrage besteht. Meistens seien die Kleinbusse mit acht Sitzen nicht voll besetzt.

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