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CSU

30.11.2017

Manfred Weber wollte CSU-Chef werden

Erntete offenbar Widerspruch: Manfred Weber.
Bild: Michael Kappeler, dpa (Archiv)

Beim CSU-Geheimtreffen ging es nicht nur darum, ob Joachim Herrmann gegen Markus Söder antritt. Auch Manfred Weber meldete sich zu Wort, heißt es aus Parteikreisen.

Der Machtkampf in der CSU wird mit zunehmender Härte geführt. Aus Parteikreisen verlautete am Donnerstag, der CSU-Europapolitiker Manfred Weber habe seinen Hut für die Nachfolge Horst Seehofers als Parteichef in den Ring geworfen. Dies sei der „eigentliche Zweck“ eines Geheimtreffens am Montag in der Staatskanzlei gewesen und nicht die Frage, ob Innenminister Joachim Herrmann gegen Finanzminister Markus Söder in eine Kampfabstimmung um die CSU-Spitzenkandidatur für die Landtagswahl im nächsten Jahr gehe. Webers Ansinnen sei aber von Seehofer und anderen zurückgewiesen worden. Weber wollte diese Darstellung auf Anfrage unserer Redaktion nicht kommentieren.

Laut Münchner Merkur erntete Weber Widerspruch von Alexander Dobrindt. Der Vorsitzende der Berliner Landesgruppe habe darauf gepocht, dass Seehofer das Amt behalten solle. Dieser habe sich aber auch in diesem kleinen Kreis nicht abschließend über seine Zukunftspläne geäußert.

"Bayern-Monitor": CSU sackt in Umfragen ab

Der Machtkampf in der CSU wirkt sich auch verheerend auf ihr Ansehen bei den bayerischen Wählern aus. Darauf deutet eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für unsere Zeitung hin. Wäre am Sonntag Landtagswahl, könnten die Christsozialen nur noch mit 36,8 Prozent der Stimmen rechnen. Damit hat die Partei in den vergangenen Monaten dramatisch an Unterstützung verloren.

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Ende August kam die CSU im „Bayern-Monitor“ unserer Zeitung noch auf 50 Prozent, Anfang Oktober waren es 46 Prozent. Zweitstärkste Partei wäre demnach die SPD mit 16 Prozent vor den Grünen und der AfD mit jeweils rund 12 Prozent. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des GMS-Instituts für „SAT.1 Bayern“. Sie sieht die CSU nur bei 37 Prozent.

 

Vor allem der Führungsstreit in der CSU hinterlässt seine Spuren. So sagten in der SAT.1-Umfrage nur elf Prozent, dass die CSU „eher einig und geschlossen“ wirke. Für „eher zerstritten“ halten die Partei 83 Prozent. Das sagen auch 75 Prozent der CSU-Wähler. Konsequent ist es, dass nur 17 Prozent eine Alleinregierung der CSU wollen. 21 Prozent lehnen aber auch eine Regierung ganz ohne CSU ab.

Die Bayern sind immer weniger zufrieden mit der Arbeit von Ministerpräsident Horst Seehofer. Im jüngsten „Bayern-Monitor“ unserer Zeitung sagten das nur noch 24,8 Prozent. 59,7 Prozent dagegen bezeichneten sich als unzufrieden. Am 24. September, dem Termin der Bundestagswahl, waren noch 38 Prozent mit Seehofers Arbeit zufrieden und nur 47 Prozent unzufrieden.

 

Bei unserem „Bayern-Monitor“ zählen allein die Stimmen registrierter Internetnutzer, die Daten wie Alter, Geschlecht und Wohnort angegeben haben. Jeder Nutzer kann nur einmal abstimmen, die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung der Bevölkerung gewichtet. Für die aktuelle Umfrage wurden Antworten von jeweils mehr als 5000 Bayern bis 30. November ausgewertet. jub/sok/mol/dpa

Was es mit unserem Bayern-Monitor auf sich hat, warum wir das Ganze machen und wie die Civey-Umfragen funktionieren, erklären wir Ihnen an dieser Stelle. Alle Informationen auf einen Blick finden Sie hier.

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