Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) befürchtet angesichts des gescheiterten Hausarztvertrags mit der AOK eine weitere Verschlechterung der ärztlichen Versorgung auf dem Land.
Die fehlende Planungs- und Kalkulationssicherheit, schlechte Bezahlung und zunehmende Bürokratie mache vor allem den niedergelassenen Ärzten in ländlichen Gebieten ihre Arbeit madig, teilte die KVB am Freitag mit. Das seit Monaten anhaltende Tauziehen um einen Hausarztvertrag verunsichere besonders junge Ärzte. Besonders die, die jetzt vor der Entscheidung stünden, eine Praxis zu übernehmen.
Die Verhandlungen zwischen der AOK und dem Bayerischen Hausärzteverband über einen neuen Hausarztvertrag waren am Donnerstag gescheitert. Der Medizinerverband sprach von einem "inakzeptablen Vertragsentwurf" der AOK. Ein solcher Hausarztvertrag soll den Medizinern höhere Honorare für Kassenpatienten bringen. Die Hausärzte sind dafür verpflichtend der erste Ansprechpartner für die Patienten - und müssen sie zu einem Facharzt überweisen.
Nun muss voraussichtlich in einem Schiedsverfahren entschieden werden, wie ein neuer Hausarztvertrag aussehen soll. Das bayerische Gesundheitsministerium muss dafür einen Schlichter benennen. Die AOK hatte den Vertrag im Dezember gekündigt. dpa/lby