„Auf ihren Schultern ruht auch unser Land.“ Auf diesen einfachen Nenner brachte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei einer Feierstunde in der Residenz in München seinen Dank an jene 40 Frauen und Männer, denen dieses Jahr der Bayerische Verdienstorden verliehen wurde: Erfolgreiche Unternehmer und Stifter, sozial oder kulturell engagierte Ehrenamtliche, Künstler und Wissenschaftler sowie viele Menschen, die schon über Jahrzehnte hinweg ihre pflegebedürftigen Angehörigen versorgen. Das Besondere an diesem Orden ist: Die Zahl der lebenden Ordensträger ist auf maximal 2000 begrenzt.
Acht Personen aus der Region werden mit Verdienstorden geehrt
Unter den – wie es protokollarisch korrekt heißt – „Beliehenen“, die am Mittwoch ins Antiquarium der Residenz kamen, waren auch fünf Persönlichkeiten aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung.
- Manfred Gombert aus Neu-Ulm: Der ehemalige Jugendpfleger und Mitbegründer des Ägyptisch-Deutschen Vereins Ulm/Neu-Ulm erhielt den Verdienstorden für sein jahrzehntelanges Engagement in einer Vielzahl von ehrenamtlichen Tätigkeiten. „Er prägte die ehrenamtliche Jugend- und Behindertenarbeit in der Region in vorderster Reihe“, urteilte die Jury und hob vor allem die vielen Jugendbegegnungen im Ausland hervor, die Gombert organisiert hatte.
- Alexandra Holland aus Augsburg: Die Geschäftsführende Gesellschafterin der Mediengruppe Pressedruck und Herausgeberin der Augsburger Allgemeinen wurde gleich aus mehreren Gründen geehrt – als Unternehmerin, Stifterin und als Mitglied im Kuratorium der Sozialstiftung Kartei der Not, die 1965 von ihrer Mutter Ellinor Holland gegründet wurde und die sie gemeinsam mit ihrer Schwester Ellinor Scherer weiterführt. „Ich freue mich und ich bin, ehrlich gesagt, auch ein klein wenig stolz. Und meine Eltern, die ja auch beide Träger des Ordens waren, wären es wohl ebenso, weil ihr Lebenswerk fortgeführt wird“, sagte Holland nach der Ordensverleihung.
- Prälat Eugen Kleindienst aus Augsburg: Der emeritierte Bischofsvikar und frühere Geistliche Botschaftsrat I. Klasse beim Heiligen Stuhl in Rom hat sich nach Überzeugung der Jury „herausragende Verdienste im kirchlichen und kulturellen Bereich erworben“. Gewürdigt wurden insbesondere sein Einsatz für den schulischen Religionsunterricht, sein Engagement für die Domsingknaben und seine Tätigkeit als Vorsitzender des Aufsichtsrats der St. Ulrichswerk der Diözese Augsburg GmbH. Auch sei er ein „hervorragender Botschafter Bayerns“ in Rom gewesen.
- Luitgart Müller aus Langenmosen-Winkelhausen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Die ehemalige Gastwirtin engagiert sich nach dem Urteil der Jury „seit Jahrzehnten uneigennützig für schwächere oder am Rande der Gesellschaft befindliche Menschen und ist ein wunderbares Beispiel gelebter Nächstenliebe“. Als Gastwirtin habe sie 27 Jahre lang unentgeltlich einen Obdachlosen beherbergt und mit Essen versorgt und sich um viele andere Menschen gekümmert.
- Hans Wölfle aus Dietmannsried im Oberallgäu: Der Landwirt und Vater zweier Kinder kümmert sich seit fast 20 Jahren um seine an Multipler Sklerose erkrankte Ehefrau, die seit zehn Jahren an den Rollstuhl gebunden und seit sieben Jahren – nach einer schweren Lungenentzündung – rund um die Uhr auf Pflege angewiesen ist. Wölfle sei, so urteilt die Jury, „ein leuchtendes Beispiel für familiären Zusammenhalt und gelebte Nächstenliebe“.
Verliehen wird der Verdienstorden auch an Kammersängerin Diana Damrau (Günzburg) sowie das Unternehmerehepaar Zäzilia und Herbert Kober (Kötz im Landkreis Günzburg). Sie konnten am Mittwoch an der Feierstunde in der Residenz in München nicht teilnehmen.