Sprengstoffexperten haben in München eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. Das hat die Münchner Feuerwehr am Samstagmittag mitgeteilt. Demnach waren "alle Maßnahmen zur Bombenentschärfung abgeschlossen" und der Sperrbereich aufgehoben.
Fliegerbombe in München erfolgreich entschärft
Die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurück. Auch die Straßensperrungen wurden aufgelöst. Die U-Bahn und die Buslinien verkehrten wieder. Die Entschärfung dauerte laut Feuerwehr etwa eine Stunde und verlief reibungslos. "Das normale Leben zieht wieder in das Viertel ein", hieß es auf der Facebook-Seite der Feuerwehr nach der erfolgreichen Aktion.
Die Wohngegend um den Fundort wurde am Samstagvormittag großräumig evakuiert: Rund 4500 Münchner mussten ihre Wohnungen verlassen. Der Sprengmeister hatte einen Sicherheitsbereich von 500 Metern festgelegt. Zeitweise waren ein Autobahnabschnitt gesperrt und der U-Bahnverkehr eingestellt. Die Bombe der US-Streitkräfte war am vergangenen Donnerstag bei Bauarbeiten gefunden worden.
In Augsburg hatte am ersten Weihnachtsfeiertag 2016 eine 1,5 Tonnen schwere Bombe dazu geführt, dass mehr als 50.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen mussten. Ihre Hülle ist bald auf der Augsburger Frühjahrsausstellung Afa zu sehen (hier mehr dazu). AZ/dpa
Chronik: So lief die Bombenentschärfung in Augsburg ab
Chronik zur Bombenentschärfung in Augsburg:
6.45 Uhr: Die ersten Bewohner der Schutzzone machen sich auf den Weg zu Verwandten oder in die Notunterkünfte.
7.28 Uhr: Bewohner des Altenheims St. Verena und andere Menschen, die nicht selbst gehen können, werden sukzessive aus der Schutzzone abgeholt.
8.00 Uhr: Die Notunterkünfte, die die Stadt bereit gestellt hat, öffnen.
8.01: In der Innenstadt sind erste Lautsprecherdurchsagen zu hören. Die Bewohner mögen ihre Wohnungen räumen, heißt es.
8.12: Die Fuggerei wird evakuiert.
8.26 Uhr: Die Schutzzone ist jetzt komplett abgeriegelt. Hinein kommt nur noch, wer jemanden abholen muss.
10.05 Uhr: Das Technische Hilfswerk fährt mit einem Radlader zum Fundort der Bombe. An der Bombe selbst werden Muttern gelöst, um an die Zünder zu kommen.
10.21 Uhr: Die Polizei beginnt mit den Kontrollen im Sperrgebiet. Sie überprüfen, ob Häuser und Wohnungen komplett evakuiert sind. Überall wird geklingelt, 900 Beamte sind im Einsatz.
10.36 Uhr: Eine Frau ruft vom Balkon um Hilfe. Sie wurde noch nicht abgeholt.
12.01 Uhr: Die Lage in den Notunterkünften ist entspannt. Viele der 54 000 Menschen haben sich schon vor Sonntag selbstständig darum bemüht, wo sie unterkommen können.
14.09 Uhr: Ein Großteil der Schutzzone ist evakuiert
14.47 Uhr: Das Sperrgebiet ist jetzt komplett von Polizisten umstellt.
15.08 Uhr: Später als erwartet ist die Schutzzone nun komplett evakuiert. Die Aktion zog sich, weil es viel mehr Personen gab, die das Gebiet nicht selbstständig verlassen konnten, als anfangs gedacht. Insgesamt waren es 560 Krankentransporte. Davon abgesehen gab es laut Oberbürgermeister Kurt Gribl keine unvorhergesehenen Ereignisse.
15.15 Uhr: Die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen haben sich außerhalb des Sperrgebietes an Sammelplätzen eingefunden.
18.48 Uhr: Die Sprengmeister geben Entwarnung. Die Bombe ist entschärft. Die Entfernung der drei Zünder hat rund dreieinhalb Stunden gedauert.
18.52 Uhr: Oberbürgermeister Kurt Gribl, Feuerwehrchef Frank Habermair und andere Mitglieder der Führungsgruppe Katastrophenschutz fahren zum Fundort der Fliegerbombe. Auch die Polizei fährt mit ihren Streifen zurück in die Stadt.
19.06 Uhr: Die Sperrung der Schutzzone wird Stück für Stück aufgehoben. Die Bürger können in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren.
19.30 Uhr: Der Nahverkehr läuft wieder wie gewohnt.
20.00 Uhr: Der Rücktransport von Kranken und hilfsbedürftigen Anwohnern läuft. Er ist allerdings erst am zweiten Weihnachtsfeiertag komplett abgeschlossen.