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München: Früher Zeitung, heute Shoppen: Neue Einkaufspassage "Hofstatt"

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Früher Zeitung, heute Shoppen: Neue Einkaufspassage "Hofstatt"

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    Früher Zeitung, heute Shoppen: Neue Einkaufspassage "Hofstatt"
    Früher Zeitung, heute Shoppen: Neue Einkaufspassage "Hofstatt"

    Was Sigi Sommer wohl dazu sagen würde? Der Kolumnist hat früher für die Süddeutsche und die Abendzeitung das Lokalgeschehen in München aufgespießt. Unweit vom Marienplatz schlendert er als Bronzefigur noch heute Richtung Sendlinger Straße. Doch wo Sommer früher seine Zeilen verfasst hat, im ehemaligen Stadtquartier der beiden Zeitungen, kann man heute nur noch shoppen gehen.

    Vergangene Woche hat im Münchner Zentrum die Hofstatt eröffnet, eine riesige Einkaufspassage: Drei Eingänge, sieben Häuser, 23 Läden. Vorne an der Sendlinger Straße leuchten einem grasgrün und himmelblau die Sportklamotten entgegen, die Adidas dort in seinem neuen Concept-Store ausstellt. Gegenüber hat der Unterwäschehersteller Caldezonia die Schaufenster mit gemusterten Strumpfhosen dekoriert. Im Inneren der Mall befindet sich ein großer Hof. Dort schmeißen die Leute durch einen Spalt im Seitenfenster ihre Tombolakarte in einen roten Stadtflitzer, den ein Autohaus zur Verlosung ausgeschrieben hat. Das italienische Restaurant Oh Julia hat draußen ein paar Zitronenbäume aufgestellt. Drinnen wuseln die Bedienungen durch die Gänge.

    In  der Hofstatt ist es nicht teuer

    Teuer ist es hier nicht: Die Pizza ab 4,50, der Espresso für einen Euro. Wahrscheinlich geht es in dem im Industrie-Chic gehaltenen Lokal deswegen so zu. 15.000 Quadratmeter umfasst die Verkaufsfläche in der Hofstatt. Untergekommen sind große Geschäfte wie das Modelabel Only oder der Schuhladen Humanic, aber auch weniger verbreitete Bekleidungsmarken wie Brandy & Melville oder Liu Jo.

    In der Hofstatt kann man auch wohnen

    Auch wohnen kann man in der Hofstatt. Am Ausgang Hackenstraße wirbt ein Bauunternehmen über den Hochglanzbildern einer Modellwohnung für seine Angebote: 92 bis 257 Quadratmeter groß sind die. Preise stehen keine auf dem Plakat, aber man kann sich vorstellen, dass es nicht günstig ist. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude warnte bei der Eröffnung der Hofstatt deshalb auch davor, dass die Innenstadt zu einem Juwel wird, das sich nur noch die Superreichen leisten können. Ude verwendete bei seiner eindringlichen Warnung einerMetapher, die in München jeder versteht. Das Stadtzentrum müsse wie ein Biergarten sein, sagte er. Ein Platz, für jedermann offen und wo jedermann gleich ist. Man vermag es nicht sicher zu sagen, aber Sigi Sommer wäre womöglich Ähnliches eingefallen.

    Sendlinger Straße 8, 80331 München, Läden Mo. bis Sa. 10-20 Uhr, Gastronomie 9-1 Uhr, Passage durchgehend geöffnet

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