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München: Hilfe für Menschen mit Schwindel-Attacken

München

Hilfe für Menschen mit Schwindel-Attacken

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    Wer unter Schwindel-Attacken leidet, sucht oft lange nach der richtigen Therapie. Das Schwindelzentrum in München ist eine weltweit einzigartige Einrichtung, die Hilfe verspricht.
    Wer unter Schwindel-Attacken leidet, sucht oft lange nach der richtigen Therapie. Das Schwindelzentrum in München ist eine weltweit einzigartige Einrichtung, die Hilfe verspricht. Foto: dpa

    Für Mediziner ist Schwindel entweder eine „Störung der räumlichen Orientierung“ oder die „fälschliche Wahrnehmung einer Bewegung des Körpers“. Für Betroffene ist Schwindel einfach nur eines, nämlich: extrem unangenehm. Und Betroffene wiederum gibt es sehr viele, denn Schwindel zählt – neben Rücken- und Kopfschmerzen – zu den Beschwerden, über die Menschen bei ihrem Hausarzt am häufigsten klagen. Doch nicht immer finden sie sofort Hilfe, denn Schwindel ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Leitsymptom vieler Erkrankungen, die von verschiedenen Fachdisziplinen behandelt werden.

    Fast 30 Prozent aller Deutschen betroffen

    Im „Schwindelzentrum“ der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität arbeiten daher seit einigen Monaten Experten verschiedener Fachrichtungen sowohl in der Erforschung als auch in der Behandlung des Schwindels zusammen. Die Einrichtung schließt offensichtlich eine Lücke: Pro Jahr werden den Angaben zufolge in diesem Zentrum rund 5000 Patienten behandelt. Laut Professor Michael Strupp, dem Leiter des Zentrums, leiden fast 30 Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens einmal an Schwindelbeschwerden.

    Bei richtiger Diagnose sei Schwindel meist sehr gut in den Griff zu bekommen, erklärt Strupp. Der „Schlüssel“ in der Diagnostik ist dabei das Gespräch mit dem Patienten. Gefragt wird laut Strupp nach der Art des Schwindels (Drehschwindel wie auf einem Karussell, Schwankschwindel wie auf einem Boot, Gangunsicherheit oder Benommenheitsgefühl), nach dem zeitlichen Verlauf (Attacke oder Dauerschwindel), außerdem nach eventuellen Auslösern (das kann zum Beispiel eine Kopfbewegung oder das Aufstehen sein), und nach begleitenden Beschwerden (etwa Übelkeit, Erbrechen oder Ohrgeräusche). Zur Verlaufskontrolle werden sodann gerne „Schwindeltagebücher“ eingesetzt, in denen die Patienten ähnliche Angaben machen.

    Immer weniger Operationen nötig

    Zu den Experten, die am Münchner „Schwindelzentrum“ zusammenarbeiten, zählen Neurologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Radiologen, Psychiater, Augenärzte, Internisten und andere Experten. In der Therapie steht heute eine „ganze Palette von Optionen“ zur Verfügung, sagt Strupp. Gerade die medikamentösen Möglichkeiten seien deutlich größer geworden, operative Verfahren dagegen würden immer seltener eingesetzt.

    Viele Patienten, die in die Münchner Schwindelambulanz kommen, haben bereits eine lange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich. Gerade erst, erzählt Strupp, sei ein Patient bei ihm gewesen, der bereits sechs Untersuchungen im Kernspin, eine nuklearmedizinische Untersuchung, eine Herzkatheter-Untersuchung sowie zahllose Facharztkonsultationen hinter sich gehabt habe. Schnell stellten die Ärzte des Münchner Zentrums fest, dass der Schwindel einen beidseitigen Ausfall des Gleichgewichtsorgans im Innenohr zur Ursache hatte. „Es werden bei Schwindelpatienten leider viel zu viel Untersuchungen gemacht und viel zu viel nicht indizierte Medikamente verordnet“, bedauert Strupp.

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