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München
17.09.2019

Prozess um Zwangsprostitution: Angeklagte schweigen

Neun Frauen sollen von vier Angeklagten zur Prostitution gezwungen worden sein.
Foto: Oliver Berg, dpa/lnw (Symbolbild)

Vier Angeklagte sollen neun Frauen über ein Jahr lang zur Prostitution gezwungen haben. Haben sie außerdem noch mit Drogen gehandelt?

Zu Beginn eines Prozesses um Zwangsprostitution und Zuhälterei in einem Münchner Bordell haben alle vier Angeklagten eine Aussage verweigert. Die drei Männer und eine Frau zwischen 31 und 39 Jahren müssen sich seit Dienstag vor dem Landgericht München I verantworten, weil sie neun Frauen über ein Jahr lang zur Prostitution gezwungen haben sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, sich die Opfer mit Gewalt und Drohungen gefügig gemacht zu haben. 

Opfer wurden zur Prostitution gezwungen und misshandelt

Die aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien stammenden Frauen hatten laut Anklage zwischen Februar 2017 und August 2018 in einem Betrieb im Münchner Norden anschaffen müssen. Sie seien teils von weiteren, unbekannten Zuhältern für das Bordell, eine zugehörige Table-Dance-Bar und einen Escort-Service angeworben worden. Die Angeklagten mit ungarischer und türkischer Staatsbürgerschaft hätten den Prostituierten einen Großteil der Einkünfte abgenommen und sie in dem Haus regelrecht eingesperrt.

Zudem hätten die Opfer schwere Misshandlungen erleiden müssen. Einer der Angeklagten habe eine Frau mehrfach geschlagen und sie an den Haaren aus der Bar gezogen. Ein weiterer Beteiligter, der nicht in dem Verfahren angeklagt ist, habe einer Prostituierten gedroht, er werde sie "zu Tode prügeln" und ihr "das Gesicht verstümmeln".

Drei der Angeklagten bauten der Staatsanwaltschaft zufolge parallel zum Prostitutionsgeschäft einen Handel mit Drogen auf, die teilweise von den Prostituierten an Freier übergeben wurden. Die Anklage lautet unter anderem auf Zwangsprostitution, Zuhälterei und Menschenhandel. Für das Verfahren sind zunächst 20 Termine bis Mitte November angesetzt. Die Opfer sollen im Prozess als Zeuginnen aussagen. (dpa)

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