Mit einer wilden Alkohol-Party haben hunderte Menschen die Einführung des Alkoholverbotes in den Münchner S-Bahnen beantwortet. Sie verabredeten sich unter dem Stichwort "Abschiedstrinken" zu einer Art Adieu vom Alkoholtrinken in den S-Bahn-Zügen der bayerischen Landeshauptstadt. Dabei richteten sie zahlreiche Schäden an und behinderten den Verkehr, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Es sei deshalb auch zu Verspätungen gekommen.
Ab sofort striktes Alkoholverbot in S-Bahnen
Anlass für das "Massensaufen" war das neue Alkoholverbot in den S-Bahnen, das zum 11. Dezember in Kraft trat. Über das soziale Netzwerk Facebook hatten sich schon Tage zuvor rund 3000 Menschen verabredet. Die Polizei schätzte nun, dass rund 2000 Menschen wirklich teilnahmen.
Insgesamt 22 S-Bahnen beschädigt
Nach Angaben der Polizei beschädigten die Jugendlichen 22 S-Bahnen und richteten mindestens sechs weitere Schäden an. Wie ein Sprecher am Sonntag erklärte, sei gegen 22 Uhr die Situation in vielen Zügen eskaliert und mit steigendem Alkoholspiegel vor allem Beleuchtungen und Deckenverkleidungen zerstört worden. Viele Züge müssten daher am Sonntag zunächst in die Werkstatt. Menschen seien jedoch nicht zu Schaden gekommen. Wie hoch der Schaden insgesamt ist, blieb zunächst unklar.
Die Bahn gab an, das Alkoholverbot auf Anregung von Fahrgästen hin einzuführen. "Wir möchten so das subjektive Sicherheitsempfinden in unseren Fahrzeugen verbessern", hatte der Geschäftsleiter der S-Bahn München, Bernhard Weisser, laut Mitteilung gesagt. Selbstverständlich dürfe man weiterhin betrunken die S-Bahn benutzen. Lediglich das Trinken von Alkohol in der S-Bahn sei jetzt verboten.
In Münchner U-Bahnen und Bussen gilt ein solches Verbot bereits seit 2009. dpa/dapd/AZ