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Coronavirus

10.08.2020

Nach Problemen bei Tests für Urlauber: Bayern will mehr und besser testen

Mit Blick auf zuletzt steigende Corona-Infektionszahlen startet die bayerische Staatsregierung eine Testoffensive.
Bild: Sven Hoppe, dpa

Reiserückkehrer beklagen, dass sie zu lange auf ihr Corona-Testergebnis warten müssen. Die Staatsregierung bessert nun nach und weitet die Kapazitäten massiv aus.

Norbert Schilcher aus Pürgen im Landkreis Landsberg ist verärgert. Vor über einer Woche kam er aus dem Spanienurlaub zurück – und ließ sich am Corona-Testzentrum am Allgäu-Airport in Memmingen freiwillig auf das Coronavirus testen. „Ich finde, das ist eine gute Sache. Ich will da meinen Beitrag leisten.“ Doch von Tag zu Tag wurde er frustrierter. Am Montag machte er den Test, am Samstag erst kam dann das Ergebnis. „Ich musste viel zu lange warten. Was wäre wohl in dieser Zeit geschehen, wenn ich mich doch infiziert hätte?“

Söder und Huml räumen Verzögerungen bei Corona-Testergebnissen ein

Ähnliches erlebte auch Fabian Mering, parlamentarischer Geschäftsführer der Freien Wähler im Landtag. Er ließ sich freiwillig auf dem Nachhauseweg aus seinem Sommerurlaub an der A8 testen, wie er in einer Mitteilung schildert. Die Durchführung der Abstriche sei bestens organisiert gewesen – doch die Dauer der anschließenden Auswertung sowie die Übermittlung der Ergebnisse bereite ihm Sorge. Mering sagte: „Neun Tage auf das Testergebnis zu warten, torpediert die gute Idee der Staatsregierung, auch Reiserückkehrern aus Nicht-Risikogebieten freiwillige Tests anzubieten.“

Dass bei den Corona-Tests für Reiserückkehrer bisher nicht alles einwandfrei ablief, haben am Montag Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) zugegeben. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in ganz Deutschland hatte Söder sein Kabinett zu einer außerplanmäßigen Videokonferenz zusammengerufen. In der anschließenden Pressekonferenz im Heimatministerium in Nürnberg räumten Söder und Huml Verzögerungen bei Corona-Tests für Reiserückkehrer ein. Diese sollten aber diese Woche ausgeräumt werden, hieß es.

Bislang haben Hilfsorganisationen wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) die Abstriche an Testzentren an Flughäfen, Hauptbahnhöfen und Autobahnraststätten genommen. Nun soll ein externer Dienstleister den Betrieb der Testzentren übernehmen – von der Abstrichnahme über die Laborauswertung bis zum Versand des Ergebnisses, kündigte die Gesundheitsministerin an. Der Dienstleister will den Betriebsablauf digitalisieren, das Testergebnis soll dann innerhalb von 48 Stunden übermittelt werden. Wenn alles in einer Hand sei, sollten die Abläufe schneller klappen, sagte Huml. Söder ergänzte, dass es bislang in den bayerischen Testzentren für Reiserückkehrer mehr als 60.000 Tests gegeben habe.

Corona-Tests sollen auf 200.000 pro Tag gesteigert werden

Ein Sprecher des BRK sagte zu der Entscheidung der bayerischen Staatsregierung, dass es ohnehin höchste Zeit sei, die rund 2000 Ehrenamtlichen an den Testzentren abzulösen. „Es ist nicht die primäre Aufgabe von Hilfsorganisationen, dieses Angebot für den Freistaat bereitzustellen.“

 

Doch nicht nur bei den Testabläufen will die bayerische Staatsregierung nachjustieren. Ministerpräsident Söder kündigte am Montag an, zentrale Corona-Testzentren in allen Landkreisen und kreisfreien Städten einzuführen, und forderte darüber hinaus Doppeltests für Urlaubsrückkehrer: einmal an der Grenze beziehungsweise am Flughafen, und ein zweites Mal fünf bis sechs Tage später. Um dies möglich zu machen, will das bayerische Kabinett die Testkapazitäten in Bayern massiv ausbauen – von derzeit 55.000 pro Tag auf dann „weit über 200.000 pro Tag“.

Söder mahnte am Montag noch einmal zur Vorsicht und machte auf das Infektionsrisiko aufmerksam: „Auch wenn gerade Ferien in Bayern sind, Corona macht keine Pause. Corona ist viel heimtückischer und gefährlicher als bislang angenommen.“

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