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Namenspatron Flughafen München: Die Liberalen und Strauß: Alte Feindschaft rostet nicht

Namenspatron Flughafen München

Die Liberalen und Strauß: Alte Feindschaft rostet nicht

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    Hier war Franz Josef Strauß im Jahr 1979 zu Besuch auf der Allgäuer Festwoche.
    Hier war Franz Josef Strauß im Jahr 1979 zu Besuch auf der Allgäuer Festwoche. Foto: Ralf Lienert

    Mit FDP-Politikern hatte Franz Josef Strauß schon zu Lebzeiten seine liebe Not. Er musste sich messerscharf geschliffene Formulierungen ausdenken, um sie in die Schranken zu weisen. Den langjährigen FDP-Vorsitzenden und Außenminister Hans-Dietrich Genscher etwa kanzelte der frühere CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident mal ab mit den Worten: „Der Genscher ist eine armenische Mischung aus marokkanischem Teppichhändler, türkischem Rosinenhändler, griechischem Schiffsmakler und jüdischem Geldverleiher und ein Sachse.“ Politisch korrekt war das damals schon nicht. Aber das war dem Strauß wurscht. Er wollte halt nur in seinen Worten zum Ausdruck bringen, dass er dem Genscher nicht über den Weg traut.

    Umgekehrt haben sich freilich auch die Liberalen gegenüber dem politischen Poltergeist aus München nicht zurückgehalten. Und sie tun es bis heute nicht. Der bayerische FDP-Landesvorsitzende Albert Duin zum Beispiel. Er hat am Wochenende im Nachrichtenmagazin Der Spiegel gelesen, dass Strauß vor gut 50 Jahren sich von großen deutschen Industrieunternehmen angeblich stattliche Geldsummen hat zuschieben lassen, und vertritt jetzt die Auffassung, dass Strauß als Namenspatron des Flughafens München „nicht mehr tragbar“ sei.

    FDP-Forderung stößt wohl kaum auf Interesse

    Duin schreibt: „Der Bericht des Spiegels über systematische Schmiergeldzahlungen disqualifiziert ihn endgültig. Unser Flughafen soll nicht den Namen eines machtarroganten Gauners tragen.“ Dass diese Wortmeldung vom gelben Planeten, der nach den letzten Wahlen irgendwo im Subraum des politischen Weltalls verschollen ist, im CSU-regierten Bayern irgendjemanden juckt, ist ernsthaft nicht zu erwarten. Die Nachfolger des großen Vorsitzenden haben ihre Lektion gelernt und ignorieren ihn nicht mal, den wackeren Herrn Duin. Strauß würde bestenfalls fragen: „Duin? Who the f... is Duin?“ Und er würde vielleicht daran erinnern, dass auch der FDP die lateinische Weisheit „Deficiente pecunia deficit omne“ („Fehlt es am Geld, fehlt es an allem“) nicht fremd ist.

    Damit könnte die Sache ihr Bewenden haben. Wer sich damit nicht zufriedengibt und genauer nachforscht, der kann allerdings eine erstaunliche, höchst amüsante Entdeckung machen: Der Flughafen München heißt zwar „Flughafen München Franz Josef Strauß“, nennt sich selbst aber stets nur „Flughafen München“ oder, damit es auch im Rest der Welt verstanden wird, „Munich Airport“. Der offizielle Beiname wird weggelassen. Auf der Homepage (www.munich-airport.de) taucht der Name Strauß nur auf, wenn man gezielt danach sucht – mit mageren sieben Treffern. Auch die S-Bahn-Station heißt schlicht „Flughafen München“. Einzig auf Straßenschildern an der Autobahn, in offiziellen Verlautbarungen der Staatsregierung und mit einer Büste beim „Airbräu“ wird dem Namenspatron die Ehre erwiesen.

    Ein Trost für Strauß: Seinem alten SPD-Kontrahenten Willy Brandt, der Namenspatron des neuen Berliner Flughafens ist, wird es vermutlich nicht besser gehen.

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