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Neuinszenierung mit totem Reh: Bambi-Skandal an der Münchner Staatsoper

Neuinszenierung mit totem Reh

Bambi-Skandal an der Münchner Staatsoper

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    Das Nationaltheater in München.
    Das Nationaltheater in München.

    Tier- und Naturschützer laufen Sturm gegen eine Operninszenierung an der Bayerischen Staatsoper.

    Einem Bericht der Münchner "Abendzeitung" (Mittwochausgabe) zufolge soll bei der Neuinszenierung von Antonin Dvoraks "Rusalka", die am Samstag (23. Oktober) im Nationaltheater Premiere hat, ein totes Reh präsentiert werden, das eigens für die Aufführungen geschossen wurde.

    Staatsopernsprecher Christoph Koch hatte darauf verwiesen, dass Regisseur Martin Kuseij einen "bestimmten Effekt" wolle, der nur mit einem toten Tier zu erzielen sei. "Das ist eine absolute Frechheit", sagte die Präsidentin des Bayerischen Tierschutzbundes, Nicole Brühl, auf dapd-Anfrage.

    Brühl betonte: "Man muss kein radikaler Tierschützer sein, um zu sehen, dass solch ein Vorgehen völlig unmöglich ist." Derzeit werde geprüft, ob die Staatsoper mit ihrem Regie-Gag gegen das Tierschutzrecht verstoße. Brühl forderte Staatsopernintendant Nikolaus Bachler auf, auf einen echten Rehkadaver zu verzichten und stattdessen eine Plastikattrappe zu verwenden. Der Münchner Staatsoper zufolge wird das Reh in jeder Vorstellung von einem Wildmetzger angeliefert, der selbst Mitglied im Tierschutzverein sei. Nach der Aufführung müsse der Kadaver aus hygienischen Gründen weggeworfen werden.

    Auch der Bund Naturschutz in Bayern (BN) kritisierte die Staatsoper scharf. Für "eine äußerst fragwürdige Inszenierung" würden tote Tiere zur Schau gestellt und anschließend weggeworfen, sagte der Münchner BN-Chef Christian Hierneis. "Es erschüttert mich zutiefst, dass ausgerechnet Kulturschaffende so unsensibel sind und jegliche Achtung vor Lebewesen vermissen lassen."

    Kuseijs neue "Rusalka"-Inszenierung soll laut Spielplan der Staatsoper bis zu den Opernfestspielen 2011 insgesamt zwölf Mal gespielt werden. Der österreichische Regisseur soll 2011 die Nachfolge von Dieter Dorn als Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels antreten. dapd

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