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Notunterkunft aus Containern: Wohnungsnot der Studenten: Streit in Bamberg

Notunterkunft aus Containern

Wohnungsnot der Studenten: Streit in Bamberg

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    Die Hörsäle an deutschen Unis platzen aus allen Nähten. Nun fordern SPD und Grüne mehr Studienplätze. Foto: Patrick Pleul dpa
    Die Hörsäle an deutschen Unis platzen aus allen Nähten. Nun fordern SPD und Grüne mehr Studienplätze. Foto: Patrick Pleul dpa

    Nun hat sich beim Thema Wohnungsnot der Studenten auch die katholische Kirche eingeschaltet. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick rief die Menschen in Bamberg auf, Zimmer an Studierende zu vermieten: "Öffnen Sie Ihre Herzen und Ihre Türen für die wohnungssuchenden jungen Menschen. Stellen Sie Wohnraum zur Verfügung, auch wenn es nur übergangsweise sein kann." Er erinnerte daran, dass auch Familien und Auszubildende in Bamberg bezahlbaren Wohnraum suchen.

    Der Streit zwischen dem für Bamberg zuständigen Würzburger Studentenwerk und der Stadt macht sich an einer geplanten Notunterkunft aus Containern fest. Das Studentenwerk hat den Bau aus Kostengründen abgeblasen. Eine erste Schätzung für das Containerwohnheim mit 40 Plätzen sei zunächst von 1,3 Millionen Euro ausgegangen, sagte Geschäftsführer Michael Ullrich. Doch bei konkreteren Planungen seien die Kosten auf 1,7 Millionen Euro gestiegen - und diese Summe sei nicht mehr vertretbar. Schließlich sei das Studentenwerk ein öffentlicher Träger, beziehe Fördermittel und müsse über den Einsatz seiner Mittel Rechenschaft ablegen.

    Und es sei ja nicht so, dass das Studentenwerk nichts gegen die Wohnungsnot der angehenden Akademiker tue: Man vermittle Privatzimmer und habe Privatwohnungen für 24 Wohnplätze angemietet, betonte Ullrich. Viele Jahre habe es in Bamberg ausreichend Wohnraum für Studenten gegeben. Erst vom Wintersemester 2010/11 an seien die Studentenzahlen stark gestiegen. Es gebe zudem konkrete Pläne, für 100 Studenten neuen Wohnraum zu schaffen, die Gespräche zum Wohnheimbau liefen. Zimmer im Container seien zudem ja nur als Übergangslösung gedacht gewesen.

    Die Stadt Bamberg will sich mit dem Aus für das Containerwohnheim nicht zufriedengeben. Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) wandte sich sogar mit einem Brief an Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP). "Wir nehmen nicht hin, dass das Studentenwerk untätig bleiben will", betonte der Politiker. Und weiter: "Die Situation erfordert rasches Handeln." Eigentlich hätten die Container zu diesem Wintersemester bezugsfertig sein sollen, klagte Starke.

    Mehr als 12 000 Studenten sind in diesem Semester an der Bamberger Uni eingeschrieben - das ist Rekord. Doch nicht nur der Wohnraum in der oberfränkischen Stadt ist deshalb knapp. Gerade im Fach BWL sind die Vorlesungssäle überfüllt. Ein Professor ließ nach Angaben der Uni seine Vorlesung ausfallen, zuvor wollten mehr als 1000 Studenten in einen für 525 Menschen konzipierten Hörsaal Platz finden. Die Vorlesung wurde abgebrochen. Die Uni behalf sich inzwischen und mietete den Hegel-Saal in der Konzert- und Kongresshalle an. Wo normalerweise Konzerte zu hören sind, dürfen nun bis zu 669 Studierende dem Lernstoff lauschen. dpa/AZ

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